Nach unserem McDonaldsaufenthalt fuhren wir noch ein Stück weit die einzige kostenlose Autobahn in Italien Richtung Salerno. Wir wollten etwas Strecke Richtung Mittelitalien machen und fuhren einfach solange, bis die Dämmerung einsetzte.
Diese beginnt hier inzwischen zwischen vier und halb fünf und spätestens zwischen fünf und halb sechs ist es dann schon fast ganz dunkel. Das bedeutet, dass wir eigentlich immer nur bis spätestens halb fünf fahren können und dann einen Übernachtungsplatz aufsuchen müssen. Das macht die Tage ziemlich kurz und dazu sitzen wir dann meistens ab Einbruch der Dunkelheit im Bus und schlagen die Zeit tot. naja das AbendessenKochen in unserer schnuckeligen Busküche ist dann meistens noch das Spektakulärste und wird deswegen auch so lange wir möglich zelebriert. Mir sind inzwischen die Bücher ausgegangen und manchmal sind die Abende dann doch recht langwierig. Schlussendlich gehen wir dann meistens sehr früh ins Bett, sah achte, halb neune ist das dann schon mal legitim😆
Aber zurück zu unserer Platzsuche für Tag 45. Wir fuhren die nächstbeste Ausfahrt runter in den Ort Fraszineto und dort den nächstbesten Feldweg rein. Der führte am Fuße einer Bergkette leicht hinauf. Zum Glück macht sich unser Bus im Gelände ganz gut!Dort fanden wir dann auf einer Anhöhe neben dem Feldweg etwas Platz, so man gut stehen konnte. Rundherum waren wir umgeben vom kalabrischem Mittelgebirge in bunten Herbstfarben. Also, ein super Platz! Was für ein Glück. Von den Bergen krochen jedoch dunkle Wolken hinab, die am Abend und in der Nacht auch einen leichten Niederlegen abließen.
Als wir dann aber schon früh am nächsten Morgen aufwachten, da bereits zwei Autos – Jäger, wie wir später feststellten – dicht an uns vorbeifuhren, begrüßte uns die Natur mit einem noch wolkenlosen Himmel und Sonnenschein! Außerdem entdeckten wir jetzt bei hellem Tageslicht, dass man zwischen den Bergen hindurch das Meer an der Ostküste sehen konnte, wo gerade die Sonne aufging. Richtig schön!

Ein Morgen in den Bergen irgendwo in Süditalien – noch hält das Wetter….

Wir unternahmen vor dem Weiterfahren noch einen kleinen Spaziergang, auf dem wir richtig große, dicke Tannenzapfen sammelten – das gibt eine gute Weihnachtsdeko für daheim 😉
Als wirgendwie dann aufbrachen, zogen von Süden her schon graue Wolken am Horizont auf die just in diesem Moment die Sonne verdeckten, also nichts wie weg, um noch etwas Vorsprung vor dem schlechten Wetter zu gewinnen!
Gegen Mittag erreichten wir dann den Küstenort Praia a Mare, der im Reiseführer empfohlen wurde und den wir, eigentlich auf dem Weg zu einem anderen Ort an der Küste, zufällig auf einem Straßenschild entdeckten und spontan ansteuerten, da er nicht weit weg war.
Dort hat es einen schönen, langen Strand, im Hintergrung einen Nationalpark, in dessen Bergen man wandern kann und es gibt auch eine kleine vorgelagerte Insel namens Dino Island. Hier schien auch wieder die Sonne und es war warm! Zwar ist es bisher auch trotz Regen oder Bewölkung nicht wirklich arg kalt geworden, aber in der Sonne ohne Wind reichen die Temperaturen locker an die 20 Grad und im Tshirt lässt es sich dann gut aushalten (die Einheimischen tragen übrigens fast alle schon Winterjacken und halten uns wahrscheinlich für bekloppt, wenn wir im Tshirt und FlipFlops aus dem Bus steigen).
Während unserer Fahrt waren wir die meiste Zeit unter bedecktem Himmel gefahren und wir glaubten schon, heute keine Sonne mehr zu sehen. Was für ein Glück, wir freuten uns über dieses Geschenk 😊
Wir wollten zuerst einmal abchecken, ob wir dort für eine Nacht wieder mal auf einen Campingplatz könnten, da mal wieder eine Dusche und eine Wassertankfüllung fällig wären. Wir hätten zwar in Griechenland am Strand eine Solardusche gefundenen, jedoch müsste man die ziemlich lange in der Sonne liegen lassen, wofür uns die Zeit fehlt, wenn wir nur über Nacht und am Morgen an einem Platz sind.
Enttäuscht mussten wir feststellen, dass hier alle Campingplätze geschlossen haben! Hier scheint die Nachweisen noch deutlicher spürbar als in den Balkanländern, wo wir selten vor verschlossenen Toren standen und auch immer ein offenes Restaurant fanden, wenn wir eines suchten, was hier auch richtig schwer ist! Wir waren bisher immer noch nicht Pizza essen 😣
Zum Glück bot der lange Strand etwas außerhalb des Ortes viel freie Stellfläche, welche im Sommer wohl für Parkplätze benutzt wird. Hier konnten wir getrost über Nacht stehen bleiben!
Nachmittags machten wir dann noch eine kleine Wanderung an der Felsküste entlang, wo es einen guten Weg gab, der zuerst an den Klippen hinauf und wieder hinunter und danach am Meer entlang führte, vorbei an zahlreichen Privatgrundstücken, einige im Sommer mit Restaurantbetrieb, und dann weiter durch Baumbestände hindurch, wo man sich fast auf einem Waldweg wähnte, wäre nicht direkt neben einem das Meer.

Impressionen Küstenspaziergang

Mit zunehmender Dämmerung waren wir dann wieder am Bus. Dort machten wir noch eine überraschende Entdeckung: In der Kiste, in der wir die Tannenzapfen von heute Morgen gelagert hatten, waren nun am Boden mehre Kleinlebenwesen, die wohl nachträglich aus den dicken Zapfen gekrochen waren. Darunter befand sich auch ein kleiner Mini-Skorpion, etwa 2cm lang, und ein noch kleinerer, nicht größer als eine Obstfliege! Uuh, zum Glück waren die Zapfen in der Schüssel, so hofften wir einfach, das bisher keines der Wesen über den Schüsselrand hinausgekommen war und stellten diese dann sofort vor die Bustüre.

Übrigens müssen wir inzwischen ehrlicherweise zugeben, dass wir uns schon ganz schön auf Zuhause freuen! Obwohl wir die freie Zeit und die restlichen Reisetage noch wirklich bewusst genießen wollen, da man sich, wieder im Alltag angekommen, daheim wahrscheinlich bald wieder nichts sehnlicher wünscht, als auf Reisen gehen zu können, sind in letzter Zeit doch schon verdächtig oft von uns beiden Sätze gefallen, die mit „Wenn wir wieder Zuhause sind, dann müssen wir unbedingt / dann will ich endlich wieder …“ anfangen. Jaja, Reisen ist schön. Sehr schön! Aber Heimkommen auch. Das müssen wir beiden immer wieder feststellen, und es ist schön, dass es uns da auch beiden genauso geht. Der Reise- und Abenteuerhunger ist irgendwann gestillt und man erinnert sich an alltägliche Kleinigkeiten aus der Heimat, die man sich in den schönsten Farben ausmalt! Wir freuen uns zum Beispiel auf: Einfach mal alles liegen lassen und erst später aufräumen. Unsere Wohnung ist zwar klein, aber ein paar Sachen kann man da schon auch mal ne Weile rumliegen lassen, bevor einen der Aufräum-Rappel packt 😉 Im Bus geht das nicht. Weihnachtszeit mit Gutsle/Bredla, Glühwein, Ofenwärme und gemütliche Abende auf dem Sofa, Wohnung dekorieren (darauf freue natürlich ausschließlich ich mich)… Den gewohnten Hobbys wieder nachgehen könne. Schöne Winterspaziergänge mit anschließendem Heimkommen bei einer warmen Tasse Tee oder Kakao. Tobi freut sich aufs Arbeiten 😃😃 Ja, wirklich! Und ich mich darauf, noch 2 gemütliche Monate vor dem Ref-Beginn zu verbringen, mit viel Hochzeitsorga und -bastelei in gemütlicher Atmosphäre und natürlich noch anderen schönen musischen Dingen😁 Natürlich freuen wir uns auch auf all unsere Lieben, Familie und Freunde. Zu zweit ist natürlich auch schön, aber wir freuen uns auch wieder auf gute Gemeinschaft mit anderen Menschen 😉
Achja, so viel gäbe es da aufzuzählen. Aber keine Sorge, wir haben kein Heimweh. Einem werden nur Dinge wie die obrigen wieder neu wertvoll und man freut sich einfach drauf!
Aber jetzt wollen wir mal sehen, was Tag 46 bringt. Es ist inzwischen 20Uhr und ich kann so langsam ans Schlafengehen denken 😅.

So, der nächste Tag war leider irgendwie ein Reinfall. Zuerst erlebten wir eine ziemlich unruhige Nacht, dank heftigem Regen und Sturm, der uns ab halb zwei immer wieder wachhielt. Einmal parkten wir sogar das Auto um, um den Wind nicht voll auf die Querseite zu bekommen. Dankbar standen wir auf, als es hellwurde. Leider wurde der Tag dann auch irgendwie nicht besser. Das Wetter war immer noch mies, weswegen weitere Aktivitäten an diesem Ort auch ausgeschlossen waren. Dann führen wir erstmal ziemlich viele unnötige Kilometer, da die einzige Straße an der Küste plötzlich gesperrt war. Also hieß es umdrehen und doch die Autobahn nach Salerno hochbrettern. War im Nachhinein vielleicht auch besser so, aber dann hätten wir das ja auch gleich so machen und Zeit und wertvollen Tank sparen können..
In Salerno quälten wir uns dann durch den zähen Stadtverkehr, weil wir hofften, dort irgendwo einen Platz für die Mittagspause zu finden. Fehlanzeige. Wären wir froh, als wir uns nach ca. 45 Minuten wieder auf der Straße stadtauswärts befanden! Schade, dass das Wetter so schlecht war, denn im Zentrum sah die Stadt eigentlich ganz schön aus, mit einem hübschen Altstadtkern. Aber dafür war jetzt keine Zeit und keine Lust.
Nun befanden wir uns bereits auf der Amalfik-Küstenstraße und wollten unbedingt irgendwo halten, um Mittag zu essen. Aber entlang dieser Straße gab es dazu kaum eine Möglichkeit! Sie bietet zwar eine schöne Sicht aufs Meer und die vor einem liegenden Küstenstädtchen, aber sie ist verdammt eng und man kann nirgends abfahren. Wir waren einmal mehr dankbar, „nur“ in einem VW-Bus unterwegs zu sein und kein rießiges Wohnmobilschiff durch die Gegend manövrieren zu müssen! Schließlich versperten wir dann, es war schon fast Nachmittag, auf einem Parkplatz im Hafen eines kleinen Städtchens.
Das Wetter war immer noch mies. Letztlich rafften wir uns dann aber auf, in Amalfi für eine Stunde durch die Altstadt zu latschen. Die Orte hier an der Küste sind echt hübsch und haben vor allem auch richtig schöne Kirchen mit bunt verzierten Kuppeln, es ist ein Jammer, dass man bei dem Wetter im Regen so wenig Lust auf Stadtbummel hat! Und auch jetzt hatten wir nicht wirklich mehr Zeit, da wir ja noch einen Übernachtungsplatz finden mussten – was hier recht schwierig werden könnte, da es abseits der Straße ja eigentlich nichts gibt.

Die Amalfiküste bei Regen und einsetzender Dunkelheit – weit und breit ist kein Platz für die Nacht in Sicht

Schlussendlich fuhren wir dann noch im Dunkeln die restliche Küste entlang bis an die Spitze, da dort ein Campingplatz sein sollte. Wir wollten es wenigstens versuchen.. Aber, er hatte zu 😣 Oh man, wie sollte das weitergehen, wenn es jetzt womöglich in ganz Italien keine offenen Campingplatz mehr geben sollte?? Gefrustet blieben wir dann auf irgendeinem Parkplatz in demselben Ort stehen und gingen auch fast direkt schlafen. Der Reiseblues hatte und eingeholt. Wenn es so weitergeht, siegt der Reisefrust über die Reiselust…
Immerhin hatten wir eine ruhige Nacht, obwohl es auch diesmal, regnete. Aber der Wind hielt sich in Grenzen. Am Morgen brachen wir direkt auf, ohne Frühstück. Wir steuerten nun Pompei vor Neapel an, was wir uns auf jeden Fall anschauen wollen, natürlich inklusive des Vesuvs!
Doch auf der Fahrt geschah das erhoffte Wunder: In Sorennto fanden wir einen offenen Campingplatz!!! Juhu 😊 Nach einer Woche ohne Dusche und feste Toilette endlich mal wieder… Und es gibt uns die Gelegenheit zumindest mal einen Tag an einem Ort auszuharren, was die Wahrscheinlichkeit erhöht dann beim Weiterfahren schneller wieder besseres Wetter zu haben. Wir müssen auch unbedingt mal wieder den Wetterbericht checken..

Nachdem wir vergeblich mehrmals an der Rezeption Nach Personal Ausschau gehalten hatten (es müsste definitiv jemand da sein, denn das Tor stand offen und es waren außer uns auch ganze 2 weitere Wohnmobile da), beschlossen wir uns einfach mal einen Platz zu suchen, unseren Wassertank aufzufüllen und in aller Seelenruhe endlich mal zu spülen und ausgiebig zu frühstücken.

-MADELEINE-


3 Kommentare

Nadine · 14. November 2017 um 21:06

Hey ihr zwei ☺
Das tut mir richtig leid, dass das schlechte Wetter auch bei euch angekommen ist 🙁 hier ist es ganz schön kalt ( im Moment hat es laut meinem Handy in Altdorf – 1 Grad) und die letzten Tage waren zudem ziemlich nass. Ganz schön eklig..
Zumal ich gerade Waldwoche habe und das mit den Kindern bei dem Schmuddelwetter gar nicht sooo toll finde… Aber egal… Noch 2 Tage dann ist es geschafft 🙂 ich drücke euch die Daumen dass es bald wieder besser wird und ihr die letzten Wochen noch genießen könnt 🙂 aber ich freue mich auch drauf wenn ihr wieder da seid und bestimmt viiiiel zu erzählen habt 🙂 bis dahin die besten Grüße von mir und Alex aus dem kalten, nassen Ländle 🙂

Detlev Meyer · 16. November 2017 um 20:51

Kommt bald nach Hause. Wetter wird nicht besser.

    T20O15B2I9 · 17. November 2017 um 15:47

    Das Wetter wurde besser!:-) Seit Pompeii scheint die Sonne – zumindest meistens und jetzt, in Rom, hat es locker 20°C. Jetzt hoffen wir das es für die restlichen Tage so bleibt.
    Grüße, Tobi und Madeleine.

Schreibe einen Kommentar