Die Wernauer Baggerseen sind ein ca. 32 ha großes Naturschutzgebiet westlich von Wernau gelegen. Seit 1981 bietet das vom NABU betreute Gebiet vielen seltenen Tier und Pflanzenarten Zuflucht und Schutz. Ursprünglich war das Gebiet von Wiesengrundstücken geprägt bis der Kiesabbau im Neckartal seine Spuren in der Landschaft hinterließ. Doch was zuerst als grobe Narbe die Landschaft entstellte, entwickelte sich mit der Zeit ein neuer, artenreicher Lebensraum. Im Gegensatz zu den begradigten Flussläufen, befestigten Ufern und bebauten Gewässerrändern an denen kein Raum für natürlich Dynamik gelassen wird, können sich hier die Dinge verändern, der See über die Ufer treten, Bäume umfallen und Vegetation ausbreiten. Die Eingriffe des Menschen halten sich in Grenzen, die Flächen um die Seen werden mit Ziegenherden beweidet und nur an den Randgebieten findet eine Maschinelle Bewirtschaftung statt. Ein großer Störfaktor bleibt jedoch. Mitten im Gebiet liegt eine Teststrecke der Daimler AG, seit 1996 wird von seitens der Naturschutzverbände versucht diese Strecke zu verlegen. Jedoch scheint der Aufwand für den Automobilhersteller zu groß, bis jetzt ist jedenfalls noch nichts passiert! Sehr schade den auf einem meiner morgendlichen Fotostreifzüge konnte ich das auf und abschwellende Motorengeräusch als „akustische Kulisse“ selbst erleben. 

Doch wie schon beim Kiesabbau bleibt die Hoffnung das auch aus dieser Narbe einmal etwas schönes werden kann! Doch das Gebiet bietet auch so schon viel Raum zum entdecken, schöne Einblicke in die Natur und einen Detailreichtum an Pflanzen und Tieren den man sonst lange suchen muss.

Im folgenden hoffe ich, dass die Bilder etwas von der Schönheit der Natur dort vermitteln können und gleichzeitig für den Wert solcher Flächen sprechen. Dabei hatte ich vor allem das Nikkor AF-S 200-500 VR an der D7200, ich bin immer wieder von den Möglichkeiten des Objektivs beeindruckt! Ein kleiner Erfahrungsbericht folgt!

Vor Sonnenaufgang ist es ruhig am See, der Übergang von Nacht zu Tag geschieht fließend und kaum merklich.

Meistens bin ich vor Sonnenaufgang am See, auch wenn das frühe aufstehen jedes Mal eine Überwindung darstellt wird man doch immer wieder belohnt. Die Stille am Morgen und das erwachen der Welt um einen herum ist jedes mal wieder faszinierend. Auch die Wahrscheinlichkeit von Tiersichtungen steigt wenn man nicht erst bei Tageslicht anrückt und dabei alles um einen herum in Hab Acht Stellung vesetzt.

Herbststimmung am Wasser.

Mit dem Tageslicht zeigen sich auch die ersten Bewohner am See, Graureiher, Eisvogel, Bekassine und viele weitere Vogelarten beginnen mit der Suche nach dem Frühstück. Für den, der geduldig und gut gedeckt wartet, ergeben sich bis ca. einer Stunde nach Sonnenaufgang die schönsten Chancen auf ein schönes Foto.

Blitzschnell fliegt der Eisvogel wie ein blauer Blitz über das ruhige Wasser. Hat er aber erst mal einen Ast als Ansitz gefunden und sich darauf niedergelassen, ist er die Ruhe in Person . . .

Von seinem Ast aus beobachtet er Eisvogel was sich unter ihm im flachen Wasser bewegt.

Ohne Vorwarnung gehts im Sturzflug ins Wasser – beeindruckend wie schnell diese kleinen Vögel sind !

Etwas gemütlicher aber nicht weniger unermüdlich geht hingegen die Bekassine bei der Nahrungssuche vor. . .

Als der Morgen langsam in einen weiteren sonnigen und warmen Spätsommertag übergeht, nehmen auch die Aktivitäten wieder etwas ab. Um ca. 9:00 Uhr beende mach ich mich langsam auf den Rückweg zum Auto. Unterwegs gibt es jedoch noch viel schönes in der Morgensonne zu sehen.

 

 

In den angrenzenden Wiesen sieht man das nahe Ende des Sommer bereits, auch wenn es an der Sonne noch nicht zu spüren ist…

So geht ein weiterer Spätsommermorgen in einen heißen Tag über, froh die Morgenstunden genutzt zu haben mache ich mich auf den Heimweg und bin mir sicher: Beim nächsten Besuch gibt es wieder Gelegenheit einzigartiges und schönes zu erleben und mit etwas Glück in einem Foto fest zu halten.