Das Nikkor AF-S 35mm 1:1,8 G ist die erste Festbrennweite die ich von Nikon besitze. An vielen Stellen wurde das Objektiv schon als absolutes Preis/Leistungswunder angepriesen, ja sogar Kaufbefehle ausgesprochen! Auch mich reizen die Vorteile eines solchen Objektives schon längere Zeit und so hielt ich nach einem guten gebrauchten Ausschau. Wie schon bei meinem „Review“ der Nikon D3300 ist auch hier zu sagen das ich hier einfach nur meine Erfahrungen und Eindrücke mit diesem Objektiv wiedergebe. Auch wenn dabei der wissenschaftliche Hintergrund fehlt, mag es doch dem ein oder anderen geläufiger sein als Tabellen und Zahlenreihen.

Verarbeitung und erster Eindruck.

Das Festbrennweiten im Vergleich zu Zooms eher leicht und kompakter sind ist ja bekannt. Beim auspacken des Nikkor bestätigt sich dies, das Objektiv ist selbst an der D3300 eher unscheinbar. Abgesehen vom Gewicht macht es jedoch einen durchweg soliden Eindruck. Klar ist hier wenig Metall verbaut aber um ehrlich zu sein glaube ich kaum das bei der heutigen Qualität der Kunststoffe und den Fertigungsmöglichkeiten ein Metallgehäuse noch große Vorteile an Stabilität bringt. Zumindest bei kompakten, kleinen Objektiven geht für mich die Verwendung von Kunststoff völlig in Ordnung. Beim Nikon jedenfalls ist die Verarbeitung top. Nichts scheppert oder wackelt, der Fokusring läuft etwas „ruckelig“ aber das ist kaum der Rede wert ( immerhin kostest das Objektiv keine 500€ sondern ist selbst neu für weniger als 200€ zu haben !). Die Gegenlichtblende sitzt sicher und satt, der Schalter für den Manuellen / Automatik Fokus auch. Ich finde: Nichts zu beanstanden. Außerdem besitzt das Objektiv eine schmale Gummidichtung am Bajonett die das Eindringen von Staub und Wasser erschwert – gerade für Leute die ihre Objektive auf Reisen in ferne Länder und unter erschwerten Bedingungen einsetzen ein nicht zu verachtendes Feature.

Technische Daten

Brennweite:                35 mm DX

max. Blende :            f 1,8

Abmäße :                   89mm x 77mm ( Höhe x max. Durchmesser inkl. Geli )

Gewicht :                   239 g

 

Das Nikkor AF-S 35mm 1:1,8 G

 

 

 

 

 

 

Autofokus

Der Silent Wave Motor im Nikon arbeitet schnell und vorallem zuverlässig. In Verbindung mit der D7200 kann auch in Situationen mit wenig Licht zielsicher fokussiert werden. Zwar lässt es sich nicht mit einer Optik für die Sportfotografie vergleichen aber dafür muss es auch nicht herhalten. Für den vorgesehenen Einsatzzweck wie Reportage, Street und Landschaften / Reisefotografie ist die Geschwindigkeit top. Der Schalter für Autofokus / Manueller Fokus an der Objektivseite. Er macht einen soliden Eindruck, geht weder zu leicht noch zu schwer und hat wenig Spiel.

Erste Tests mit dem Objektiv tragen weiter zur Steigerung der Begeisterung bei. Die Lichtstärke von 1,8 ist zwar nicht das Ende der Fahnenstange aber schon recht ordentlich, Objekte lassen sich trotz der kleinen Brennweite gut freistellen und auch das Bokeh finde ich angenehm ruhig und gleichmäßig. Der Autofokus ist zwar nicht der allerschnellste, trifft aber zuverlässig und ist für die typischen Einsatzbereiche eines 35 mm Objektivs durchaus ausreichend. Optisch überzeugt mich die Leistung auch, am besten macht ihr euch selbst ein Bild anhand der Aufnahmen.Stichwort Bildqualität. Ich fotografiere aus Spaß an der Sache, für mich zählen weniger Diagramme oder Labortest sonder der Bildeindruck im „echten“ Leben! Am liebsten setzte ich das Objektiv für Landschaften und Reise ein, auch für Sterne und Milchstraßenfotografie muss es herhalten auch wenn hier die Brennweite für meinen Geschmack schon das obere Limit darstellt. Die 35mm an einer DX Kamera ergeben einen wie ich finde natürlichen Bildwinkel und verleihen den damit aufgenommen Fotos eine “ selbstverständliche “ Ausstrahlung – gerade auf Reisen wenn man beispielsweise den Eindruck einer abendlichen Straßenszene oder der Aussicht aus dem Busfenster irgendwo im bolivianischen Hochland festhalten will ist es somit für mich eine gute Wahl.

Dem ein oder anderen mag aufgefallen sein, dass dieses Objektiv keinen Bildstabilisator hat. Dies ist jedoch, finde ich, überhaupt kein Qualitätsmerkmal. Wenn man sich vor Augen führt was ein Bildstabilisator macht und an welchen Objektiven ein solcher Sinn macht wird klar das ein so lichtstarkes Objektiv in diesem Brennweitenbereich keinen benötigt. Kurz gesagt: Je länger die Brennweite und je weniger Lichtstark das Objektiv desto mehr Sinn macht ein Bildstabilisator. Da das Nikon bereits bei Offenbarende gut einsetzbar ist, ergibt sich durch die Lichtstärke von 1,8 gute Eignung für das fotografieren zur blauen Stunde. Wird das Licht weniger und oder die Belichtungszeiten länger, oder wird mit niedriger ISO für rauschärmere Bilder gearbeitet bietet sich sowieso ein Stativ an – da hilf dann auch der beste Bildstabilisator nichts mehr.

Zum Thema Offenblende. Obwohl die Brennweite recht kurz ist gelingt es schon sehr gut Objekte vor dem Hintergrund freizustellen. Auch wenn ich es wissenschaftlich nicht belegen kann finde ich den Schärfeneindruck bei Offenblende bereits sehr gut. vorallem in der wichtigen Bildmitte. Will man das Objektiv für Landschaften einsetzen empfiehlt sich das Abblenden  – und wieder einmal die Verwendung eines Statives!

Insgesamt verwende ich dieses Objektiv sehr gerne auf meiner Nikon D7200, es macht einfach Spaß mit der Schärfentiefe zu spielen und scharfe, harmonische Bilder zu bekommen – und das ist für mich ein Haupt – Qualitätsmerkmal !


2 Kommentare

T20O15B2I9 · 25. Juni 2018 um 19:19

ja, das stimmt. Da ich inzwischen auch größere und schwerere Objektive verwende fällt mir das jetzt auch erst verstärkt auf. Zwar bin ich mit dem Handling meiner jetzigen Kamera ( D7200 ) auch mit großen Objektiven ( z.B. dem Nikkor 200-500 f5,6 VR ) recht zufrieden, denke aber schon über die Anschaffung eines Batteriegriffs nach, der die Balance weiter verbessern würde . . .

Nikon D3300:Erfahrungsbericht – live adventurously · 25. Juni 2018 um 19:05

[…] kleine und leichte Kamera – mit einem Normalobjektiv oder kleineren Festbrennweiten wie dem AF-S Nikkor 35mm 1:1,8 G geht das Handling in Ordnung. Verwendet man größere und schwerer Objektive bemerkt man das […]

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