Im Herbst 2016 war ich zum ersten mal auf Islandreise. Mich hat dieses Land im Nordmeer schon lange begeistert, wie gesagt ergab sich dann letzten Herbst die Chance und ich stand vor einer neuen Frage. Die alte Olympus E520 mitnehmen oder, der faszinierenden Landschaft angemessen, in eine neue Kameraausrüstung investieren. Klar war für mich das ich gerne die fotografischen Möglichkeiten einer solchen Reise ausnutzen wollte ( zumindest in dem mir gegebenen, bescheidenen Rahmen . . . . ). Auf der Suche nach guten aber erschwinglichen DSLR Gehäusen wurde ich bei Nikon fündig. Vorallem die Bildqualität schien zu überzeugen und die Sensoren waren Modellübergreifend oft die selben. Für mich bedeutete das: Günstiger DSLR Body mit Abstrichen beim Funktionsumfang aber mit gutem Sensor, dazu ein Normalobjektiv mit guter Lichtstärke und es sollte möglich sein qualitativ hochwertigere Ergebnisse nach Hause zu bringen. Gesagt gekauft. So nannte ich bald eine Nikon D3300 mit einem SIGMA 17-50 f2,8 mein Eigen. Im folgenden stellt ich euch die Kamera kurz aus meiner Perspektive vor, sage was ich gut finde, was stört und wo ich den Einsatzbereich der Kamera sehe. Ein paar Beispielsbilder um einen Eindruck von Dynamikumfang, Bildqualität und ISO Leistung zu bekommen sind auch aufgeführt. Da ich fotografisch eher noch am dazulernen bin ( aber wer ist das nicht . . . ) ist hier kein hochtechnisches, mit aufwändigen Prüfverfahren angereichertes Review zu erwarten. Ich betrachte die Kamera einfach aus der Nutzerperspektive mit dem Horizont und den Erwartungen des Durchschnittsfotografen.

Die Kamera

Die Nikon – Nomenklatur reiht die D3300 als Einsteigerkamera im „unteren“ Bereich ein. Allgemein lässt sich sagen das die günstigen Kameras bei Nikon eine vierstellige Zahl im Nahmen tragen, die höhenwertigen und die Mittelklasse tragen drei Stellen nach dem D und die Profiklasse hat nur noch eine Ziffer, z.B D5. So war mein erster Eindruck der Kamera auch erst etwas gedämpft. Im Vergleich zur alten Olympus fühlt sich die D3300 leicht und nach viel Plastik an, auch wenn die Kamera mir nie das Gegenteil bewiesen hat verbinde ich mit wenig Gewicht schnell auch eine günstigere, qualitativ minderwertigere Bauweise. Auch im Funktionsumfang steckt sie zuerst einmal hinter der alte Olympus zurück. Keine Spiegelvorauslösung ( hatte ich gerne bei Langzeitbelichtungen im Einsatz ), keine Belichtungsreihen, kein zweites Kartenfach . . . Doch bei einem ersten Test überzeugte mich die Bildqualität der neuen doch im vergleich zum in die Jahre gekommenen Referenzmodell. Der 24 MP Sensor ist der selbe wie ihn auch die Modelle der 5xxx er und 7xxx er Reihe mit dem gleichen Baujahr erhalten haben. Auch der Prozessor ist auf dem Stand der Technik ( Anfang 2016 ).

Nikon D3300

Handling und Bedienung

Die D3300 ist eine recht kleine und leichte Kamera – mit einem Normalobjektiv oder kleineren Festbrennweiten wie dem AF-S Nikkor 35mm 1:1,8 G geht das Handling in Ordnung. Verwendet man größere und schwerer Objektive bemerkt man das Ungleichgewicht hingegen bald. Hier wäre es wünschenswert wenn das gummierte Material an den Fingerauflageflächen des Griffs weniger sparsam verwendet worden wäre und die Griffmulde größer ausfallen würde. Auch etwas mehr Tiefe würde dem Gehäuse im Punkt Handling guttun aber wir reden hier auch von einer Einsteigerkamera ! Deswegen ist das meckern auf hohem Niveau. Zu der Anordnung der Tasten kann man nur sagen das sie nach kurzer Eingewöhnung gut zu bedienen und zu erreichen sind. Da es meine erste Nikon ist, kann ich hier schwer einen Vergleich ziehen aber ich kam gut mit den Tasten zurecht. Einzig das Gefühl beim drücken könnte etwas hochwertiger sein, teilweise ist der Druckpunkt sehr undefiniert, die Tasten fühlen sich etwas wackelig in ihrer Führung an. Abgesehen davon lässt sich hier allerdings weder etwas besonders negatives, noch etwas herausragend positives sagen. Solide und Angemessen trifft es aber ganz gut denke ich. Das interne Medienkonzept umfasst ein Menü mit fünf Untermenüs ( Bildwiedergabe, Aufnahme, System, Bildbearbeitung und „letzte Einstellungen ) und ist ( vermute ich mal ) Nikon – typisch gegliedert und auch für Neulinge schnell verständlich. Als Einsteigerkamera bietet Nikon hier noch den sog. „Guide“ Modus der anhand von Beispielen und Anleitungen die Funktion von Blende, Verschlusszeit u.s.w erklärt und so Schritt für Schritt zu besseren Bildern führen soll. Wenn man allerdings etwas Erfahrung mit DSLR´s hat ist dieser Modus überflüssig.

In der Praxis

Wie eingangs erwähnt hatte ich mir die Kamera für eine Islandreise, zusammen mit dem Sigma DC 17-50mm 1:2,8 EX HSM gekauft. Erhofft hatte ich mir gegenüber meiner bisherigen Kamera eine bessere Bildqualität ( also verbesserte Schärfe, weniger ISO Rauschen und einen höheren Dynamikumfang ). Auch eine schnellere Serienbildrate stand auf der Wunschliste, auch wenn ich die in Island überhaupt nicht gebraucht habe.

Zum Thema Schärfe. Die Fähigkeit des Sensors ein Bild höher aufzulösen, also mehr Details sichtbar zu machen übertraf auf jeden Fall meine Erwartungen. Will man einfach nur Bilder machen liefert die Kamera mit einem halbwegs anständigen Objektiv ( und als solches bezeichne ich das Sigma jetzt einfach mal ) sehr gute Ergebnisse. Der Autofokus trifft in den meisten Fällen, die Automatik macht einen guten Job und wenn man nicht im RAW – Modus sondern gleich in JPEG fotografiert stimmt die Software die Bilder auch gut ab ohne sie an den Kanten allzu arg zu betonen.

Allerdings bemerkte ich, speziell bei Gegenlichtaufnahmen mit hoher Dynamik, die Tendenz zu sichtbaren Farbsäumen an Kanten und linearen Strukturen. Auch die ISO – Fähigkeiten der Kamera waren natürlich meiner alten Olympus weit überlegen. Ich stellte die Kamera meistens auf ISO Automatik und die Begrenzung auf einen Wert von max ISO 800 ein. Nur in speziellen Fällen, bei Dämmerung beispielsweise, regelte ich den ISO Wert manuell nach. Was mich allerdings wirklich gestört hat ist die fehlende Spiegelvorauslösung. Ich hatte diese Funktion gern bei Langzeitbelichtungen genutzt weil ich mir einbildete gerade bei den „kürzeren“ Langzeitbelichtungen dadurch etwas mehr Schärfe zu gewinnen. Sobald die Zeiten länger werden fällt ein verwackeln durch den Spiegelschlag wohl nicht mehr so arg ins Gewicht. Auch die Möglichkeit bei schwierigeren Lichtverhältnissen mal eine Belichtungsreihe aufzunehmen hätte ich vielleicht das ein oder andere mal gern benutzt.

Fazit

Für mich ist die Nikon D3300 eine wirklich gute Kamera für Einsteiger und Leute die einfach nur Bilder machen wollen ohne dabei in Menüs zu wühlen und im manuellen Modus am perfekten Bild tüfteln zu wollen. Schaut man sich das Preis / Leistungsverhältnis der Kamera an findet man wohl nur wenig echte Konkurrenz, vorallem der Dynamikumfang und die gute Bildqualität sind stechen hervor. Da mittlerweile schon der Nachfolger in den Schaufenstern steht ist der Preis nochmals gesunken – die Bildqualität kann jedoch auch weiterhin mit den neueren Modellen mithalten! Wie so oft erweist sich auch hier das die Investition in ein gutes, lichtstarkes Objektiv bei weitem die Defizite eines weniger gut ausgestatteten Gehäuses aufwiegt. Gerade in Verbindung mit einer guten Festbrennweite wie demAF-S Nikkor 35mm 1:1,8 G können stimmungsvolle, hochwertige Bilder entstehen, die denen teurerer Kamera-Objektiv Kombinationen in nichts ( ok, wenig ) nachstehen.

Beispielsbilder.

Auf dem Laugavegur / Island

 

Lichtstimmungen auf der Ringstraße am Nachmittag, Südisland

 

Stadtansicht Reykjavik, Island

 

Der heimische Mond, vom Dachfenster aus gesehen.

 

 

 

 


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