Warum in die Ferne schweifen…..der Anfang dieses bekannten Spruches kommt mir in den Sinn wenn ich an das Reiseprojekt für den Spätsommer / Herbst des Jahres 2017 denke. Dazu sollte es nicht nur „irgendeine“ Reise werden sondern eine sehr besondere werden, eine die man unter idealen Umständen nur einmal im Leben Unternehmen kann – unsere Hochzeitsreise!

Die Länder des Balkan liegen zwar auch nicht gerade um´s Eck, aber die südöstlichen Teilstaaten Europas sind doch noch sehr oft „weiße Flecken“ auf den Reiselandkarten.
So war es auch bei uns, die ersten Überlegungen wo es den dieses Jahr hingehen sollte schweiften weit in die Welt hinaus, so viel gab es dort zu entdecken! So viele Länder versprachen neue Einblicke in fremde Kulturen, einzigartige Landschaften und unverbrauchte Natur! Dennoch, wir zögerten bei den Buchungen für die Flüge immer mehr, schließlich hatten wir uns Anfang diesen Jahres erst einen VW Bus gekauft der noch immer auf seine erste „richtige“ Tour wartet. . . .irgendwann beschlossen wir dann unser Geld anstatt für teure Flüge lieber für Sprit auszugeben. Nun blieb nur noch die Frage nach dem Wohin. Süden musste sein da wir gegen Jahresende unterwegs sein wollten und etwas neues wollten wir entdecken. Die üblichen Verdächtigen waren da schnell raus: Italien ? – Da war ich als Kind schon mit Mama und Papa und außerdem ist das immer der erste Einfall wenn es heißt “ nach Süden „. Frankreich ? –  Die selbe Geschichte, und teuer ist es obendrein. Portugal ?  – Da kommen wir ehrlich gesagt schon ins schwanken. Aber „nur“ wegen Portugal so weit nach Westen ? Also Balkan! Aber was ist das überhaupt, der Balkan ?

Laut Wikipedia umfasst die Balkanhalbinsel der Größe nach geordnet Griechenland, Bulgarien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Albanien, Mazedonien, Montenegro und den Kosovo. Dabei ist das Balkangebirge Namensgeber, das hauptsächlich in Bulgarien liegt. Die Region ist stark gegliedert, sowohl sprachlich als auch kulturell! In der Geschichte beanspruchten schon viele Reiche die politische Führung und prägten durch ihren Einfluss Land und Leute bis heute. Hier mischt sich der Orient mit dem Okzident, bestehen unbeugsame Bergvölker seit Jahrhunderten auf ihre Gesetze und Bräuche und hier gibt es noch unzugängliche Schluchten, Hochebenen und Wälder in denen sich Wolf und Bär gute Nacht sagen.

Das dies alles in Europa sein soll kommt mir bis jetzt erstaunlich vor! Und je mehr man sich mit den mystisch anmutenden und fremd scheinenden Ländern, den Menschen und Bräuchen beschäftigt, desto mehr erwacht die Lust am Endecken dieses fremden Europas.

Aber auch das Erstaunen über die junge Geschichte dieser Länder und die Einschränkungen mit denen sie noch heute zu kämpfen haben wächst. In diesem Licht betrachtet wir uns schon jetzt, vor dem Beginn der Reise,  bewusst welches Privileg es für uns deutsche Staatsbürger ist einfach den Reisepass einzupacken und gehen zu können wohin wir wollen. Wären wir in Albanien oder dem Kosovo geboren könnten wir Europa, zu dem wir dann immerhin politisch gehören würden, nur aus dem Fernsehen oder dem Internet kennen! Den noch immer können dort lebende Menschen nicht ohne große Hürden nach Deutschland oder Frankreich reisen – die Befürchtung sie könnten bleiben um Arbeit zu finden übersteigt das Versprechen offener Grenzen und der Freiheit zu reisen zu arbeiten und zu leben wo man gerne möchte.

Doch im Moment stellen sich noch andere Fragen, erst einmal muss der Bus gepackt, Ausrüstung und Essen besorgt und ein paar wenige aber umso wichtigere Formalitäten erledigt werden. Seit September diesen Jahres sind „wir“ nämlich Madeleine und Tobi, ein frisch vermähltes Ehepaar und die Reise somit auch gleich unsere Hochzeitsreise. Nach einigen Behördengängen, Versicherungsgesprächen und was sonst noch so alles zu erledigen ist finden wir einige Tage hinter unserem Zeitplan endlich die Zeit zu packen und den Bus vorzubereiten. Im folgenden Bericht, den wir so gut es geht während der Reise aktuell zu halten versuchen, wollen wir unsere Eindrücke mit euch teilen.

 

Prolog

Reiseplanung….ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Zum einen unbedingt notwendig um Ziele festzulegen und Erwartungen und persönliche Wünsche an eine Reise realistisch abzuschätzen und einzuordnen. Aber auch das Wissen um grobe politische Verhältnisse, Sitten und Unsitten in den jeweiligen Ländern kann dazu beitragen das ein oder andere Fettnäpfchen zu vermeiden oder brenzlige Situationen im Vorfeld zu vermeiden. Auf der anderen Seite nimmt ein zu viel an Planung auch die Freiheit spontan die Route zu ändern, länger zu bleiben oder früher abzureisen. Die leichte Unsicherheit nicht für alles einen Plan zu haben hält wach, verlangt nach immer neuen Entscheidungen und sorgt immer wieder für in Erinnerung bleibende Anekdoten die aus zufälligen Situationen entstehen.

Der große Vorteil des Busses ist die Unabhängigkeit von Hotels, Herbergen – ja sogar Campingplätzen. Theoretisch kann man ja überall am Straßenrand stehen bleiben und im Bus übernachten! Allein dadurch gewinnt man natürlich viel Planungsfreiheit aber auch unsere Route haben wir nur grob festgelegt.

Soweit mal zur Routenplanung. Sicher wird sich noch einiges spontan ändern!

Wir sind jedenfalls gespannt wo es uns hinverschlägt und welche Eindrücke wir dort sammeln können.

 

– TOBI –


3 Kommentare

Flo Aldinger · 26. September 2017 um 17:05

Wow, so cool, dass ihr das macht !! Freu mich mega !! Werde euer Abenteuer gerne verfolgen und bin gespannt, was ihr alles erleben werdet. Lasst euch nicht unter Druck setzen Beiträge zu schreiben 🙂 Wir freuen und über alles, was kommt !

Gottes Segen für eure Vorbereitungen und natürlich auch für die Reise !

Flo

    T20O15B2I9 · 8. Oktober 2017 um 20:43

    Vielen Dank! Uns wird auch immer wieder Bewusst welch Privileg es ist eine solche Reise Unternehmen zu können. Inzwischen sind wir in Bosnien Herzegowina und merken wie der orientalische Einfluss zunimmt, wirklich vielschichtig und spannend!

Detlev · 26. September 2017 um 17:33

Schöner Prolog!
Bin schon mal gespannt auf den nächsten Bericht.
Wir kommen gerade vom Balkan (Slowenien, Kroatien) zurück.
Viel Spaß!

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