Fünf Tage sind wir nun also schon unterwegs bevor unser erster Eintrag online geht. Da wir auf WLAN Hotspot angewiesen sind erweist sich das regelmäßige schreiben von Beiträgen als etwas schwierig….Nun sitzen wir in einem Cafe im Naturpark Škocjanske jame, genießen einen Cafelatte und schreiben endlich unseren ersten Beitrag.

Doch von vorne. Am Mittwoch den 26.09.2017 sind wir mit etwas Verspätung am späten Nachmittag gestartet, weit kamen wir allerdings nicht, schon kurz hinter dem Fernpass stellten wir den Bus auf einem Parkplatz direkt an der Straße ab und verbrachten eine unruhige erste Nacht. Deswegen machten wir uns schon früh am nächsten morgen auf den Weg und rollten hinunter nach Nassereith wo wir das Frühstück auf einer sonnigen Wiese nach holten.

Der weitere Weg führte dann über den Brenner nach Bruneck, wo wir unseren ersten geplanten Zweischenstop einlegten. Das Mittagessen bereiteten wir noch auf dem heimischen Herd im Bus zu bevor wir dann die schöne Innenstadt Brunecks anschauten. Diese ist zwar relativ klein, durch die schöne historische Architektur, die engen Gassen und dem fast schon mediterranen flair wird die geringe räumliche Ausdehnung allerdings mehr als wett gemacht.

 

Das über der Stadt gelegen Schloss beherbergt eines der Messner Mountain Museen, kurz MMM, das wir allerdings nicht besuchten. Stattdessen genossen wir unseren Kaffee in einem gemütlichen, etwas alternativ angehauchten, Cafe gleiche unterhalb des Schlosses mit Blick auf die Dächer der Altstadt.

Am Nachmittag brachten wir dann die restlichen Kilometer zum Pragser Wildsee hinter uns. Der See, der eingebettet in den Bergen liegt, ist ein beliebtes Fotomotiv und Reisezeil. Dementsprechend war auch alles etwas touristischer als es der Name „Wildsee“ vermuten lassen würde. Immerhin war auf dem kostenpflichtigen Parkplatz ein Gebiet extra für Wohnmobile und Übernachtungen angedacht. Auch der Preis hielt sich in Grenzen, bis zum nächsten morgen sollte es nur 6€ kosten. Wir parkten den Bus und drehten am Abend noch eine Runde um den See. Dem guten Wetter entsprechend waren wir nicht allein. Der Weg ist gut ausgebaut und zum Teil sogar Rollstuhl/ Kinderwagen geeignet, direkt am Anfang des Rundwegs befindet sich ein Bootsverleih dessen Kunden man in ihren roten Gefährten hier und da über den See dümpeln sehen konnte.

Gegen Abend wurden die Leute deutlich weniger, auch der Parkplatz leerte sich und wir freuten uns auf eine ruhige Nacht! Am nächsten morgen beeilten wir uns um vor 8 Uhr den Parkplatz verlassen zu können ( nach 8 Uhr wären wir in den nächsten, teureren,Tarif gerutscht), am Parkautomat dann die Überraschung: 24€. Waren wir also doch so schlecht im Kopfrechnen oder hatten wir etwas übersehen? Ich ging also mit dem Ticket ins am See gelegene Hotel um die Sache zu klären und gegebenenfalls dort mit der Visa Karte zu bezahlen. Nachdem ich den Sachverhalt kurz geschildert hätte nickte der Hotelier wissend, meinte der Automat entwickle in letzter Zeit sein Eigenleben und schaltete unsere Karte für die Ausfahrt frei – völlig umsonst!

Glücklich wieder was gespart zu haben machten wir uns schnell vom Acker/ Parkplatz und setzten unsere Fahrt in Richtung Slowenien fort. Über Spittal an der Drau und durch den Karawankentunnel gelangten wir zum ersten mal in ein Land in dem wir beide noch nicht gewesen  sind, Premiere also. Das erste Ziel war dann gleich der Triglav Nationalpark mit dem namensgebenden Berg, der gleichzeitig der höchste Slowniens ist, dem Triglav. Von Mojstrana führt eine kleine Straße die mal schlecht geteert mal weniger gut geschottert ist ca. 10 km in den Park. Entlang der Straße rauscht ein Wildbach durch die herbstlich bunten Buchenwälder, darüber erheben sich die schon leicht mit Schnee bedeckten Gipfel und es riecht schon nach Herbst. Da der Tag noch jung war, machen wir jedoch noch einen Abstecher um eine Wanderung durch die Pokljuka- Klamm zu unternehmen. Der Weg dorthin führte wieder über schmale Straßen durch bunte Wälder und schließlich über einen schmalen, abschüssigen Feldweg zu einem einsamen Parkplatz auf dem außer dem unseren nur noch ein weiteres Auto mit niederländischem Kennzeichen stand.

Die Klamm hatten wir folglich für uns, der schmale Weg schlängelte sich durch die feuchte Kühle des Schluchtgrundes, über Steine und unter umgestürzten Bäumen hindurch. An einer Stelle hatte man sogar eine Galerie direkt an die Felswand gebaut, die den engsten Teil der Schlucht erst zugänglich machte.

Der Rückweg verlief dann am oberen Rand durch den Wald, bis man im Abstieg durch eine große Höhle wieder auf den Weg zum Parkplatz gelangte. Alles in allem eine durchaus lohnende Wanderung von ca. 2h Dauer durch eine schöne und einsame Landschaft! Am Abend führen wir dann die besagte Straße in den Triglav Nationalpark an dessen Ende ein Parkplatz für Wanderer und Bergsteiger angelegt ist. Dort übernachteten wir und befanden uns trotz der fortgeschritten Jahreszeit in guter Gesellschaft. Hier war einiges los! Einige rüsteten sich für das Selbe Vorhaben das auch ich mir für den nächsten Tag vorgenommen hatte, nämlich die Besteigung des prominentesten Berges der Region – des Triglav. Eine kurze Unterhaltung mit einer Gruppe Bergsteiger bestätigte das die Bedingungen gut und die Tour an einem Tag möglich war. Allerdings war frühes aufbrechen angesagt, 1600 Um Aufstieg und das Selbe im Abstieg lagen vor mir – entsprechend kurz war die Nacht und um 6 Uhr klingelte der Wecker. Um ca 7 Uhr machte ich mich dann auf den Weg.

Dieser zog nach der Durchquerung eines zum Glück trocken liegenden Bachbetts sofort steil durch den Hangwald hinauf. Die Sicht war einige hundert Meter über mir durch eine undurchdringliche Wolkendecke versperrt die keine Rückschlüsse auf den Routenverlauf zuließ. Zum Glück war der Weg einigermaßen gut markiert und manchmal bildete ich mir ein vor mir Stimmen und das Geräusch von Wanderstöcken zu hören. Nach einiger Zeit holte ich tatsächlich einen allein gehenden Wanderer ein und wenig später eine kleine Gruppe, doch dann verschluckte mich die feuchte Luft der Wolken. Von Markierung zu Markierung setzte ich den Weg fort, holte ab und an noch weitere Bergsteiger ein bis sich schließlich die Wolken lichteten und den Blick auf eine sonnige, über den Wolken schwebende Bergwelt freigaben.

Zum ersten mal war nun auch das Ziel zu sehen – allerdings noch weit entfernt. Kurz kamen Zweifel auf doch Schritt für Schritt kam der Gipfel näher. Über ein eher flaches Platteau ging es durch Schnee und Fels auf den Triglav Sattel. Dort begann dann die eigentliche Kletterei auf einem leichten Grat, der zusätzlich noch mit einem Stahlseil klettersteig änlich eingerichtet war. Hier staute es sich dann auch immer wieder da verhältnissmäsig viel mehr Leute unterwegs waren, von denen viele den Gipfel auch als Tour von der auf dem Sattel liegenden Hütte unternahmen. Der Gipfel war nach ca 45 min auf dem Grat erreicht und bot eine unglaubliche Aussicht auf die aus den Wolken ragenden Gipfel.

Der Abstieg erfolgte über dieselbe Route und ging etwas schneller von statten. Nach 7h war ich wieder zurück am Auto, fertig aber glücklich! Einen viel zu kürzen Mittagsschlaf später ging es dann nach einem kleinen Zwischenstop beim Supermarkt weiter ins Tal der Sôca wo wir übernachteten.

Die Nacht verlief weitestgehend ruhig und so machten wir uns ausgeruht am fünften Tag der Tour auf in Richtung Kroatien! Bis zu dem am Anfang beschriebenen Cafe sind wir inzwischen gekommen, alles weitere erfährt ihr hoffentlich in wenigen Tagen! Der Plan für die folgenden Tage sieht vor bei Rovinj die Küste zu erreichen und dieser zu folgen. Wir sind gespannt von wo wir uns das nächste mal melden!

– TOBI –