Trotz, oder wegen, der Kälte ließen wir uns heute mit dem aufstehen etwas mehr Zeit. Es war schon mitten am Vormittag als wir uns, immerhin im Sonnenschein, auf den Weiter Weg machten. Das heutige Ziel war Sarajevo, für uns ein wichtiger Meilenstein der Reise da die administrative und kulturelle Hauptstadt Bosniens tief im Neuland liegt und man den bekannten Boden der kroatischen Küste endgültig hinter sich gelassen hat.

Doch vorher standen noch ein paar Zwischenstops auf dem Plan, der erste erfolgte gleich nach wenigen Minuten Fahrt in Jajce. Die Stadt am Zusammenfluss der Flüsse Pliva und Vrbas wird von einer Festung überragt, die bis Ende des 15. Jhd. Königssitz war und heute kurz vor dem Eintrag auf die Weltkulturerbe Liste der UNESCO steht.

Die Altstadt Jajces

Von der Festung, die 2KM ( KM ist die lokale Währung und bedeutet “ konvertible Mark“ da sie ursprünglich an die deutsche Mark gekoppelt war, der Kurs ist auch heute noch immer 1KM = 0,50€ ) Eintritt kostet hat man tatsächlich einen guten Überblick über die Stadt. Ihre Ausläufer kriechen die umliegenden Hänge hinauf aber das Zentrum, und vor allem der erhaltene historische Teil, ist sehr übersichtlich.

Blick von der Burg auf die Stadt.

Auch hier fällt auf was für jede bosnische Stadt gilt, das Stadtbild ist sehr inhomogen. Durch den Krieg 1992 – 1995 ist viel von der ursprünglichen Stadtstruktur verloren gegangen und so stehen renovierte Gebäude neben Neubauten, Ruinen neben Einkaufszentren, zerschossene Fassaden neben frisch verputzten Häusern….denoch gibt es einige schöne alte Gassen mit restaurierten, typischen bosnischen Wohnhäusern und Teile der Burgmauer zu sehen, auch eine alte Kirche, eine Frauen Moschee und eine unterirdische Kirche gibt es zu besichtigen. Außerdem gilt der über 20m hohe Wasserfall als Wahzeichen der Stadt.

Nachdem wir durch die Stadt gestreunt sind und unseren ersten Burek ( Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen) gegessen hatten kauften wir in einem Kaufhaus, auf dessen Parkpltz wir den Bus abgestellt hatten, noch Lebensmittel für die nächsten Tage ein und fuhren dann weiter nach Travnik.

Immer wieder überspannen Hängebrücken die Flüsse und Bäche, verbinden oft nur ein einzelnes Haus oder eine Moschee mit der Straße

Die Stadt ist heute vor allem als Geburtsstadt Ivo Andričs bekannt, dem bosnischen Literatur – Nobelpreisträger. Sein Geburtshaus, das heute Museum und Restaurant ist, ist renoviert und liegt in einer kleinen Gasse zwischen grauen Betonblöcken und kriegsgeschädigten Wohnhäusern, aus deren Fenstern Gebüsch, wächst mitten in der Altstadt.

Das Geburtshaus Ivo Andričs in Travnik

Viel hat die Stadt, finden wir, nicht zu bieten. An den großen Durchgangsstraßen herrscht betongraue Tristesse und auch die Moscheen und Kirchen scheinen hinter ihren Pendants in den besser erschlossenen Orten zurückzustehen. Trotzdem lohnt sich ein Streifzug durch den Ort, die Eindrücke die sich einem dabei bieten sind wahrscheinlich ehrlicher und authentischer als in so manch herausgeputzten Touristen – Ort.

Brutal Süß aber lecker !

Wir verlassen die Stadt jedoch nicht ohne zuvor eine große Portion Baklava, süßen Teilchen aus Blätterteig mit verschiedenen Füllungen und in Zuckersirup getränkt, zu verspeisen. Frisch gestärkt setzten wir unsere Fahrt in Richtung Sarajevo fort. Die Stadt empfing uns mit einem stinkenden Nebel, durch den die von Hochhäusern geprägten Randgebiete noch abweisender wirkten als sie es bei Tageslicht schon tun würden. Die hereinbrechenden Nacht machte die Sache nicht besser, wir hatten den Eindruck durch eine heruntergekommenen Slum zu fahren und nicht durch die Hauptstadt eines europäischen Staates. Zumindest mich persönlich entmutigte dieser Anblick und ich hatte eigentlich schon gar keine Lust mehr diesen Moloch zu „entdecken“. Zudem lotste uns das Navi durch steile und enge Serpentinenstraßen die dem DIN Norm verwöhnten Bundesbürger die Haare zu Berge stehen lassen. Im zweiten Gang quälten wir den Bus den Berg hinauf bis wir gegenüber eines Freizeitparks auf einem Schotterparkplatz unser Nachtlager aufschlugen. Die nun unter uns durch ihr Decke aus Abgasen und verdreckter Luft schimmernde Stadt machte jetzt einen geringfügig freundlicheren Eindruck, auch wenn das wahrscheinlich zum größten Teil dem dazwischenliegenden Abstand geschuldet war.

Der Übernachtungsplatz am nächsten Morgen.

Der Dunst der Stadt….

Trotzdem fuhren wir am nächsten Tag in ein vom Reiseführer als sicher empfohlenes Parkhaus. Es war mehr ein schwarzes Loch in einem bröckelnden Betonklotz der einmal ein Einkaufszentrum gewesen sein mochte.

Vertrauenerweckend oder…?!

Wir parkten unter einer der wenigen Lampen und nach doppeltem sicherheitscheck krochen wir über die steile Zufahrtsrampe wieder ans Tageslicht. In der Tat sah das ganze im Sonnenlicht schon viel freundlicher aus als gestern Nacht! Also nichts wie in die Altstadt! Das Viertel Baščaršija ist der älteste Stadtteil und beherbergt viele der altem Kirchen, Moscheen und Handwerksbetriebe. Als wir aus der eher gesichtslosen Vorstadt in das alte Sarajevo eintreten offenbart sich eine neue Welt. Die Straßen werden enger, rechts und links schmücken Cafes und kleine Restaurants die Straßen. Menschen sitzen, einen typischen bosnischen Kaffee trinkend, redend und rauchend vor den Kaffeehäusern, rufen sich Grüße über die Straße zu oder gehen ihren täglichen Geschäften nach. Der Juwelier holt sich im Cafe gegenüber seinen Kaffee und hält noch ein kleines Schwätzchen, der Imam ruft die Gläubigen Moslems zum Gebet in die Gazi Husrev-Beg Moschee, überall passiert ständig etwas neues und es geht zu wie auf einem arabischen Souk. Dabei bleibt man als Besucher, wenn man das will, angenehm unbehelligt. Nur sehr selten wird man direkt angesprochen oder wird einem etwas zum Kauf angeboten. Eine äußerst angenehme Mischung aus osmanischen flair, südeuropäische Gelassenheit und zentraleuropäischen Neutralität.

Als es Mittag wird essen wir in einem kleinen Restaurant zu Mittag, später trinken wir noch an einer belebten Ecke Kaffee und schauen dem Treiben auf der Straße zu. Am Nachmittag besuchen wir noch die alte Koranschule die interessante Einblicke in das Leben und Wirken des Namensgeber der größten Moschee der Stadt, Gazi Husrev Beg, gibt. Auch die Moschee und die alte Karawanserei schauen wir uns an. Hinter jeder Ecke könnte man verweilen und auf alten Spuren in vergangene Epochen reisen, irgendwann ist es schwer noch neues aufzunehmen, wir sind gesättigt an Eindrücken und beschließen nur noch ein paar wenige Besorgungen zu machen.

Wir kaufen Postkarten, Kaffee und noch ein bosnischen Kaffeeservice. Letzteres kostet uns gut 1,5h. Der Ladenbesitzer, ein freundlicher Herr der eigentlich in Rente sein könnte, erzählt in gebrochenem deutsch Geschichte um Geschichte. Von seinen Söhnen die das selbe Handwerk ausüben, von Ausstellunge in Graz und anderen europäischen Städten, von berühmten Persönlichkeiten die schon Kunden in seinem Läden waren. Es ist ein freundliches Gespräch und als wir seinen Laden verlassen haben die umliegenden Geschäfte schon lange geschlossen. Durch die nächtliche Stadt gelangen wir zurück in das Parkhaus das noch immer gleich dunkel ist wie am Morgen, der Bus steht wie wir ihn verlassen haben im Licht der kalten Lampe. Wir fahren durch die Gassen und steilen Straßen zurück auf den Schotterplatz und verbringen dort eine weitere Nacht.

Sarajevo hat uns überrascht. Mit freundlichen und aufgeschlossenen Menschen, einer bewegten Geschichte und beeindruckenden Bauwerken die das Erbe beeindruckender Persönlichkeiten sind. Vielleicht verkörpert diese Stadt das Wesen dieses so vielschichtigen Landes zwischen den Welten und Religionen wie keine Zweite im Land. In jedem Fall ist sie einen Besuch und Beachtung Wert!

Noch voller Eindrücke fahren wir am nächsten Tag weiter nach Mostar, der Hauptstadt der Herzegowina. Die Fahrt führt zwischen schon Schnee bedeckten Bergen und durch tiefe Schluchten hindurch bis wir am Mittag ebenes Land und dann die Stadt Mostar erreichen. Bekannt ist diese vor allem wegen der alten Brücke die auch als Symbol des Miteinanders von Christen und Moslems gilt. Tatsächlich kämpfte die Bevölkerung im Krieg zuerst gemeinsam gegen die Entzweiung des Landes bevor sich  auch hier Serben und bosnisch-kroatische Kräfte gegenüber standen. Die Kluft zwischen den Bevölkerungsgruppen kann man schon bei der Fahrt hierher spüren. Nähert man sich Mostar, oder Sarajevo, von Norden passiert man die Republick Srpska die zu 90% von Serben bewohnt ist. Hier ist auf den Straßen,- und Ortsschildern die im ganzen Land sowohl in lateinischen als auch kyrillischen Buchstaben beschrieben sind die ersteren durchgestrichen oder mit schwarzer Farbe übermalt. Im Süden, der bosnisch kroatischen Föderation ist es umgekehrt.

In Mostar nutzen wir die Gelegenheit von dem überall an der Straße angebotenen Lamm am Spieß zu probieren. Das gegrillte Lammfleisch wird zusammen mit Kartoffeln und Krautsalat serviert, nach der ordentlichen Portion waren wir froh uns in der Stadt etwas Bewegung verschaffen zu können.

Die Altstadt mit ihren engen Gassen, Cafès und Souveniershops

Die Altstadt ist wie so oft sehr überschbar, die kleinen Häuser sind aus nur wenig bearbeiteten Steinen gebaut, auch die Dächer sind mit Steinplatten gedeckt. Die Gassen sind mit runden Flusskieseln gepflastert die von den vielen Touristenschuhen ganz glatt poliert sind und im Sonnenlicht glänzen. Auch die alte Brücke schauen wir uns natürlich an. In einem kühnen Bogen überspannt sie die Neretva an ihrer schmalsten Stelle und bildet dabei einen perfekten Halbkreis. Auch ihr Pflaster ist spiegelglatt.

Wehe wenn es regnet….

Wir finden eine Stelle von der man einen guten Blick auf die Brücke hat ohne dabei in den Touristenmassen unterzugehen und versuchen zur Abwechslung einmal wieder die Szene mit dem Zeichenstift festzuhalten. Dabei beobachten wir wie ein Mann auf die Brüstung der 21m hohen Brücke steigt, er breitet die Arme aus, geht in die Hocke, steht wieder auf, hält sich am Geländer fest und lehnt sich dabei weit hinaus…dabei verkündet er immer wieder lauthals er werde springen wenn man nur genug Geld in die aufgehaltenen Hände seines Kumpanen wirft der durch die inzwischen versammelte Menge streift. So vergeht einige Zeit in der zwar immer wieder ein paar Mark den Weg in die aufgehaltenen Hände finden, er jedoch niemals den Weg von der Brücke….

Die Brücke bei Nacht

Auch hier bleiben wir wieder bis nach Einbruch der Dunkelheit um noch stimmungsvolle Fotos der beleuchteten Brücke zu machen. Im dunkeln fahren wir dann die wenigen Kilometer nach Blagaj, der kleine Ort südlich von Mostar beherbergt ein altes Derwisch Kloster das zudem direkt an der Quelle der Buna liegt, die hier aus einer Höhle direkt aus einer Felswand tritt. Wir fahren die Autokamps der Gegend ab, der erste sieht wenig einladend aus, der zweite hat geschlossen also nehmen wir den dritten – ein absoluter Glücksgriff. Es gibt heiße (!) Duschen, WLAN, Strom und zur Begrüßung bekommen wir einen Obstteller und jeder ein Getränk auf’s Haus spendiert. Die Besitzer sind super freundlich und zudem liegt der Platz direkt am Fluss. Da es schon etwas später ist stellen wir einfach den Bus ab, nehmen besagten Obstteller und Getränk zu uns und überlassen die weitere Erkundung des Platzes und der Umgebung dem morgigen Tag.

– TOBI –

Als wir am Morgen auf dem Campingplatz erwachten, wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und einer wohltuenden Wärme begrüßt. Das sollte ein sommerlicher Tag werden!
Der Platz war ein voller Glücksgriff. Durch seine überschaubare Anzahl an Stellplätzen wirkte es fast familiär und an jedem Stellplatz standen Tische, Stühle und Sonnenliegen bereit. Genügend Bäume boten ideale Möglichkeit, um eine ausreichend große Wäscheleine für all unsere bisher angesammelte Dreckwäsche aufzuhängen, die ich am Vormittag in einer ca. 1 1/2-stündigen Aktion von Hand wusch. Dank des sonnigen Wetters hatten wir hier endlich mal die nötigen Bedingungen für einen Waschtag!
Ein kleiner weißer Hund, der mich stark an Leo erinnerte, schwänzelte immer über den Platz. Es war vermutlich ein herrenloser Hund, der nur inoffiziell zum Campingplatz gehörte, da er wahrscheinlich einfach mal selbst beschlossen hatte, dort zu bleiben. Sowieso waren einige Gäste mit Hunden da.

Leo

Wir beschlossen gleich morgens, dass wir noch eine weitere Nacht hierbleiben und den Tag einfach ganz entspannt angehen lassen. Am Vormittag machten wir mal wieder klar Schiff, bzw. Bus😉 und am Mittag machten wir uns dann mit den Rädern auf den Weg zur Buna-Quelle, wo es ein altes Derwischhaus zu besichtigen gibt, weswegen wir überhaupt diesen Ort angesteuert hatten.

Das Derwisch Haus und die Bunaquelle

Die Buna, der Fluss, ist wirklich sehr schön. Glasklares, blauschimmerndes Wasser. Das Derwischhaus war ganz nett, aber für die 4Euro Eintritt hätte es dann doch recht wenig zu bieten. Um hineinzugehen, musste man die Knie bedecken und als Frau auch die Haare.

Immer streng nach Vorschrift!

Relativ bald hatten wir genug gesehen und machten uns auf den Rückweg zu unserem Campingplatz, von wo aus wir eine schöne Stelle am Fluss suchen wollten um zu baden. Wir fanden dann den platzeigenen Flusszugang, den wir am Abend bei unserer Ankunft im Dunkeln gar nicht mehr wahrgenommen hatten. Es war wirklich herrlich, wir waren die einzigen Gäste auf der Terrasse und versuchten und am Gebrauch des Tretbootes, was nebst einigen Kajaks zum freien Gebrauch für die Gäste zur Verfügung stand. Leider klappte die Steuerung in der recht starken Strömung nicht so gut und so saßen wir dann einfach angebunden im Boot und genossen unser mitgebrachtes Bier und Radler und den Obstteller, der uns vom Personal kostenlos und ungefragt ins Boot gebracht wurde. Was für ein ein netter Service!

Vor diesen Obsttellern könnte man sich kaum retten….aber wollte das schon 🙂

Am frühen Abend machte Tobi noch eine kleine Soloausfahrt mit dem Rad zu einer Festungsruine, die oberhalb des Ortes liegt und hatte sehr viel Spaß beim runterfahren!
Am Abend tranken wir in dem kleinen Restaurant noch ein Bier und ein Glas Wein und schrieben Postkarten und am Blog weiter. Irgendwann ging der Mann vom Platzpersonal nach Hause und als wir unsere Getränke bezahlen wollten, nahm er es nicht an. Zudem bot er uns an uns frei zu fühlen uns einfach an der Bar zu bedienen, wenn er weg sei. Unfassbar, so cool! Uns genügte es aber, denn es war auch schon recht frisch geworden und die Bar befand sich nur außen. Außerdem wollten wir noch einen Film schauen, mal ein ganz besonderes Abendprogramm😁
Und hier begann auch eine andere kleine, besondere Geschichte. Während wir da so saßen, kam die kleine Babykatze vorbeigeschlichen, die wir am Nachmittag schon am Fluss kennengelernt hatten und von der der Mann vom Personal erzählte, dass sie seit heute neu hier aufgekreuzt sei. Ich lockte sie her und nahm sie hoch und ab dem Moment kuschelte sie sich abwechselnd in meinen und dann wieder in Tobis Arm. Es war eindeutig, dem kleinen Ding war kalt! Und wie es da so in Tobis Arm lag, war es ganz friedlich eingenickt. Nach kurzer Überlegung beschlossen wir, die kleine Katze mit in unseren Bus zu nehmen, und ihr während unserem Filmabend ein warmes Plätzchen zu bieten. Sie schlief während des ganzen Filmes ganz seelig ruhig in Tobis Jacke und unter unsere Wolldecke gekuschelt! Als wir uns dann nach dem Film bettfertig machten, setzten wir sie wieder raus und schafften es auch, sie draußen zu lassen. Schweren Herzens, denn nachts war es schon recht frisch und das Kleine war so dünn…

Am nächsten Morgen dann hofften wir insgeheim, dass sie nicht da wäre, doch schwupps war sie wieder vor unserem Bus! Sie musste sich die Nacht über in unserer Nähe aufgehalten haben.. Und so konnten wir nicht widerstehen und nahmen sie wieder auf den Arm und kuschelten mit ihr. Sofort rollte sie sich wieder zusammen und schlief ein. Und so ging es dann den Vormittag über, dass die kleine Katze die ganze Zeit bei uns war, in unserem Bus lag und schlief oder ein bisschen in der Nähe rumstreunte, nur um danach wieder in unseren Bus zu hüpfen und sich dort wie ein kleines, unschuldiges und liebesbedürftiges Wesen zusammenrollte und zufrieden ihr Schläfchen hielt. Von jeglichen Störgeräuschen um sie herum ließ sie sich auch nicht erschrecken oder verscheuchen. Sie war so unglaublich zutraulich und es schien fast so, als gehöre sie schon dazu.

Na, wie klingt das? Natürlich danach, dass man unweigerlich mit dem absurden Gedanken spielt, wie es wohl wäre, eine kleines Bushaustier zu haben und es einfach mitzunehmen und liebzuhaben 😊
Uns war beiden klar, dass das verrückt und auch nicht wirklich realisierbar wäre, jedoch konnte man sich doch nicht von dem Eindruck losreißen, dass die Katze bei uns bleiben wollte. Wir hofften, dass sie einfach mal rausspringen und woanders hingehen würde, aber sie blieb oder kam immer wieder. Abweisen konnten wir sie natürlich auch nicht 😉
Jedenfalls war das Ende der Geschichte, dass wir mittags noch im Campingplatzrestaurant ein sehr leckeres Mittagessen aßen und sie uns natürlich dorthin folgte. Nachdem wir zum Nachtisch dann noch den nun schon obligatorischen Obstteller gegessen hatten, nutzten wir einen Moment, während sie irgendwo auf der Terrasse etwas zum knabbern gefunden hatte und machten uns aus dem Staub. Schnell fuhren wir weg, damit wir sie nicht mehr sehen mussten und uns der Abschied noch schwerer fallen würde oder wir sie sogar doch noch einpacken würden. Den ganzen restlichen Tag dachten wir immer wieder an dieses kleine, süße und ganz besonders liebenswerte Tier zurück, das so eine nette und zutrauliche Art hatte, mit der es nur selten Tiere schaffen, von Anfang an einen Draht zu den Menschen und somit einen Zugang in ihr Herz zu gewinnen! Ach da wird man ganz wehmütig… aber wir sind sicher, dass sie es dort am Campingplatz gut haben wird, denn jeder Gast wird sich bestimmt wie wir von ihr erweichen lassen und sie zumindest mit Zärtlichkeiten und den ein oder anderen Essensresten beschenken!
Am Nachmittag besichtigten wir noch das Städtchen Počitelj, was einen sehr schönen, umfangreichen alten Ortskern am Hang hat mit alten Festungsruinen und schier endlosen verwinkelten Gässchen.

Danach fuhren wir weiter Richtung Küste, wobei wir drei mal eine Landesgrenze überschritten. Zuerst von Bosnien nach Kroatien, dann, nachdem wir ca. eine halbe Stunde an der Küste weiter Richtung Süden gefahren waren, kamen wir nochmals durch Bosnien, den einzigen kleinen Zipfel des Landes mit dem Städtchen Neum, der am Meer liegt. Wir fuhren noch bis zum Einbruch der Dämmerung und fanden einen schönen Übernachtungsplatz an einer sehr wenig befahrenen kleinen Küstenstraße, abseits der Lichter der umliegenden Häuser, leicht erhöht und mit Blick auf das Meer. Als wir nach dem Abendessen bei Dunkelheit mal aus dem Bus schauten, wurden wir mit einem unglaublichen Sternenhimmel überrascht! WOW, so einen hatte Tobi schon seit Beginn der Reise gesucht, um mal gute Sternhimmelfotos zu machen. Nun waren wir ganz zufällig darauf gestoßen -unverhofft kommt oft.

Das 100.000 Sterne Hotel T4

Außerdem hörten wir einmal kurz den Ruf der Goldschakale von der gegenüberliegenden Insel Peljesac, von der uns zwei nette Frauen auf dem Campingplatz in Blagaj vorgeschwärmt hatten. Genau auf dieser Insel befinden wir uns gerade, an einem paradiesisch anmutenden Ort, den uns eben diese netten Menschen ans Herz gelegt hatten. Wir sind sehr froh, dass wir ihrer Empfehlung gefolgt sind! Doch von unseren Eindrücken dort wird euch unser nächster Beitrag berichten. Wir verbleiben mit sonnigen und angenehm warmen Grüßen von der kroatischen Küste!

 

 


3 Kommentare

David · 17. Oktober 2017 um 0:19

Ihr schafft es echt mit jedem Blog aufs neue einen neidisch zu machen 😉
Ist echt interessant, eure Reise von daheim aus mitzuerleben und so auch einen Einblick in diese einerseits fernen und trotzdem sehr nahen Länder und Kulturen zu bekommen.
Euch auch weiterhin viel Spass!

Florian Aldinger · 17. Oktober 2017 um 19:37

Wow, cool, wie detailliert ihr uns an eurem Abenteuer teilhaben lasst !
Ich bin schon immer gespannt auf den nächsten Eintrag 🙂
Habe bis zuletzt gedacht, ihr nehmt die Katze mit 😉
Echt interessante Erfahrungen über diese ziemlich „unbekannten“ Länder Europas !
Ich freu mich für Euch !
Genießt es !
Liebe Grüße aus dem warmen Deutschland ! Hoffe, bei euch wirds auch nochmal ein bisschen angenehmer, was die Temperaturen angeht.

Flo

Suse · 19. Oktober 2017 um 13:25

Super Bilder, tolle Eindrücke…. süße Mietzi… ich sehs schon kommen…. am Ende steigen nicht nur 2 Menschen aus dem Bus in Neckarhausen… ;))))
Macht’s gut. Liebste Grüße, Suse &Family
PS: ich geb jetzt mal bisschen an…. also wir hatten die letzten Tage Sonne satt und üüüüber 24 Grad….(was sich allerdings jetzt ändern soll…)

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