Das Warten hat ein Ende! Unsere letzten Tage waren geprägt von schöner und ursprünglicher Natur, aber auch der Abwesenheit von Annehmlichkeiten wie heiß Wasser und WLAN. Deswegen nun der verspätete Blogeintrag mit all den Neuigkeiten der letzten Woche.

Nach kurzer Unentschlossenheit, ob wir nach unserem letzten Übernachtungsplatz direkt nach Dubrovnik fahren oder doch nochmal einen Abstecher auf die kroatischen Inseln einplanen sollten, entschieden wir uns am Vormittag zu letzterem. Wie bereits erwähnt, wurde uns die Halbinsel Peljesac und dort der Campingplatz in dem kleinen Örtchen Trpanj empfohlen. Also vertrauten wir mal auf den guten Geschmack der beiden Empfehlerinnen und begaben uns auf den Weg dorthin. Die Zufahrt zum Campingplatz war noch recht unspektakulär, aber was sich uns dann am Ende zeigte, war ein wunderschöner,leicht verwilderter aber gepflegter Campingplatz, direkt am Wasser in einer traumhaften Bucht, wo es außer diesem Platz nichts anderes gab. Dank der vorteilhaften Reisezeit war außer uns und etwa 4 anderen Campern sonst niemand da. Wir wurden gleich von der netten deutschen Campingplatzwärterin Uli empfangen, welche seit über 20 Jahren in Kroatien lebt.

 

Unser Platz unter Palmen…

 

Olivenbäume findet man auf der gesamten Halbinsel in allen Formen und Größen!

Auf dem Platz ab es viele unbekannte Fruchtbäume und zahlreiche Olivenbäume. Uli gab uns eine kleine Führung und wir probierten ein paar neue Früchte. Außerdem gab es auf dem Platz, und in der ganzen Umgebung, zahllose Olivenbäume. Zu schade, dass man diese nicht einfach von der Hand in den Mund essen kann! Die sind pur echt unglaublich bitter und ungenießbar. Leider macht es für uns der Tipp von Uli, sie eine Minute in Wasser zu kochen und anschließend mit etwas Salz zu essen, auch nicht viel schmackhafter.

Der erste Versuch die frischen Oliven zu blanchieren war leider nicht sehr schmackhaft…

Also informierten wir uns dann dank vorhandenem WLAN im Internet nach der Zubereitungsmethode und erfuhren, dass man sie in einem längeren Verfahren in Wasser und anschließend in Salzlake einlegen muss, damit sich die Bitterstoffe lösen. Tobi sammelte eine Menge und jetzt fahren wir mit 3 PET-Flaschen voll Oliven im Wasserbad durch die Gegend und versuchen uns an der Zubereitung unserer ersten selbstgeernteten Oliven, mal schauen, ob’s was wird! Von unserem Platz trennte uns nur eine niedrige Steinmauer vom traumhaften, türkisblau schimmernden und glasklaren Meer, worin wir auch einige Male badeten-die Wassertemperatur war sogar noch erstaunlich angenehm. Zwar etwas frisch, aber noch erfrischend. Die Temperaturen erreichten am Tag auch noch locker über 25 Grad! Pures Sommer-feeling 😊 Nur Abends und Nachts wird es dann doch bald frisch.
Ein besonderes Highlight dieses Ortes offenbarte sich, wenn es langsam Nacht wurde. Dann begannen immer mal wieder die auf der Insel lebenden Goldschakale zu singen! Meistens fing ein Tier an und dann zog es für einige Sekunden oder gar Minuten seine Kreise und immer mehr Tiere stimmten mit ein. Davon wurde uns auch schon im Vorhinein erzählt und es war wirklich etwas ganz besonderes. Es klang fast, wie wenn Wölfe heulen. Und manchmal kam es einem vor, als stünden sie direkt neben dem Auto. Die Tiere sind sehr Scheu und ungefährlich für den Menschen, man muss viel Glück haben um, vor allem bei Tag, einem von ihnen zu begegnen. Doch sahen wir sie abends ein paar Mal als vage Gestalten, die sich aufgrund ihres hellbraunen Felles leicht von der Dunkelheit abheben, am Strand entlanghuschen.
Wir verbrachten zwei äußerst entspannte Tage mit ein paar kleinen Sporteinlagen, Spaziergängen in den nahegelegenen Ort, den man über eine knapp 2km lange Küstenpromenade erreicht und (sonnen-)baden.

Trpanj ist ein sehr entschleunigtes Städtchen!

Am Fährhafen von Trpanj

Am Sonntag dann jedoch beschlossen wir dann jedoch weiterzufahren. Ein paar Tage verweilen ist immer mal wieder wichtig, aber wir haben ja auch noch einiges vor uns und unser Schwerpunkt liegt ja eher in den anderen Balkanländern und nicht in Kroatien.
Dubrovnik wollten wir jedoch noch gesehen haben. Dort fuhren wir dann Montag früh hin, nachdem wir Sonntag Abend in einem Ort kurz davor einen Übernachtungsplatz gefunden hatten.
Die Stadt fesselte uns jedoch überhaupt nicht. Die völlig maßlos überteuerten Preise (über 20 Euro pro Person für den Gang über die Stadtmauer, über 12 Euro für knapp über 2h Parken im Parkhaus) und die Massen an Kreuzfahrttouristen schreckten uns ab. An sich ist die Stadt hübsch wie jede andere Altstadt und die Festungsmauern rings herum breindrücken normalerweise sicherlich. Jedoch hatten wir inzwischen schon einige vergleichbare Orte gesehen und der Stil solcher Altstadt war uns schon aus weniger touristisch vereinnahmte Orten vertraut. Somit hinterließ der Besuch Dubronvniks bei unserer ein Gefühl der Enttäuschung und Erwartungen, die nicht erfüllt wurden. Nach 2 Stunden suchten wir auch schon das Weite, leider mussten wir wegen 5 Minuten noch die dritte Stunde Gebühr bezahlen, was uns zusätzlich verdrießlich stimmte.

Ein bis jetzt seltener Anblick, diese Touristenmassen! Aber wir sind ja selbst Teil davon, trotzdem ist es uns bald zu viel…

Also hieß der Plan nichts wie ab nach Montenegro!
Und gegen ca. 14Uhr passierten wir auch schon die Grenze. Als wir die ersten montenegrinischen Autokennzeichen sahen, wurde uns bewusst, dass wir davon bisher in Bosnien-Herzegowina und in Kroatien noch nie welche gesehen hatten. Das ließ uns vermuten, dass es für die Montenegriner vermutlich nicht so leicht ist, ihr Land zu verlassen, obwohl sie in der EU sind und sogar den Euro als Währung haben. Schlagartig wurde uns einmal mehr bewusst, was wir für ein Vorgeht haben, einfach so in so ziemlich jedes Land der Welt ohne Probleme einreisen zu können… Da kommt man sich auch schon ein bisschen schlecht vor.
Die Nordküste Montenegros startet direkt mit der Bucht von Kotor, welche von steil aufragenden Bergen eingerahmt ist. Sie ist der größte Fjord südlich der skandinavischen Halbinsel. Wenn man so an der Küstenstraße entlangfährt, linkerhand die steilen Felsen aufragenden, kann man sich kaum vorstellen, dass dahinter noch was kommt. Die Felswände entlang der Küste bildeten früher auch ein natürliches Hindernis und machten das Hinterland unzulänglich für feindliche Mächte, die das Land einnehmen wollten.
Unser erstes Etappenziel in diesem mit 13.800 qkm Fläche recht kleinen Land, welches nur 650.000 Einwoüber hat, war die Stadt Kotor, welche die größte in der gleichnamigen Bucht ist.
Dort verbrachten wir noch den Nachmittag und Abend unseres 20. Tages und blieben bis zum Nachmittag des nächsten Tages. Nach Dubrovnik begeisterte uns diese Stadt mit ihrem gemütlichen Flair, den vielen hübschen Cafés, der überschaubaren Größe und einer spürbaren Gelassenheit, wenngleich auch hier die Kreutfahrtschiffe anlanden und die Besucher massenweise durch die engen Gassen geschleust werden. Doch es war alles in allem trotzdem nicht in dem Format, wie wir es in Dubrovnik erlebt hatten.
Wir schlenderten am 1. Tag einfach so durch die Stadt und fanden gegen Abend eine Kneipe, wo man sowohl eine Flasche Bier und eine Glas Wein für 1,50€ bekommt. Genau das richtige für unser geschädigtes Schwabenherz,was noch von den teuren Preisen in Dubrovnik blutete! Man muss dazu sagen, dass auch Kotor eher deutsche Preise hat, da es eben für Montegro schon sehr touristisch ist. Aber wenn man etwas die Augen aufhält, findet man dann doch solche Ecken wie diese Kneipe. Nach etwa 15 Minuten, die wir dort saßen, sprachen uns Dorothea und David, ein Paar Ende 50 aus England, an und es entstand eine richtig tolle und nette Unterhaltung, die uns noch ein weiteres Glas Wein und obendrein noch den ganzen Abend für umsonst bescherte, da die beiden am Ende darauf bestanden, unsere Rechnung zu bezahlen 😆 Wir freuten uns richtig über diese Begegnung, die so herzlich war. Die beiden erzählten aus ihrem Leben und wir aus unserem und sie waren voll Fan von unserem „Honeymoon“-Trip. Die beiden sind selbst sehr gerne und unkonventionell unterwegs und bestärkten uns darin, so weiterzumachen: „Keep on travelling!“ Ja, schön wärs😅

Die Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz etwas außerhalb vom Zentrum, von wo aus man einen tollen Blick auf die erleuchtete Silhouette von Kotor hatte.

Unser Übernachtungsplatz in Innenstadtnähe….

Das alte Kotor mit der erleuchteten Stadtmauer

Am nächsten Tag gingen wir früh in die Stadt und erklommen als erstes die relativ lange Festungsmauer, die zur Burg des heiligen Ivan führt und sich ca. 300 Höhenmeter den Berg hinaufwindet. Früher ging von dort oben der einzige Weg ins Binnennland. Von oben hatte man einen beeindruckenden Blick über die Bucht von Kotor.

In wildem Zickzack schlängelt sich die Befestigung den Berg hinauf!

Der Blick vom höchsten Punkt der Festung auf die Bucht von Kotor.

Anschließend besuchten wir noch das Marinemuseum, sowie das Katzenmuseum und genossen es einfach noch ein Weilchen durch diese hübsche Stadt zu schlendern, von der wir bald einige Ecken zum wiederholten Mal passierten. Als wir uns dann am Nachmittag auf den Weg zurück zum Auto machten, trafen wir durch Zufall noch einmal Dorothy und David!

Kotor ist voller liebenswürdiger Details, die ihren Beitrag dazu leisten, diese Stadt so lebenswert zu machen.

So machten wir uns dann auf den Weg ins Hinterland, denn wir steuern das Durmitorgebirge an. Von Kotor aus führt eine schmale, aber gut geteerte Straße die Berge hinauf ins Landesinnere. Es war eine zeitweise nervenaufreibende Fahrt (zumindest für mich, Tobi ist da zum Glück entspannt selbst wenn er am Steuer sitzt), da es bei Gegenverkehr immer sehr eng wurde und man aufgrund der vielen Kurven und Serpentinen oft gar nicht weit sehen konnte, was von vorne kommt. Jedoch hatten man auch eine atemberaubende Aussicht auf die gesamte Bucht von Kotor mit ihren 2 Becken im Abendlicht.

Gott sei gedankt, dass wir heil durchgekommen sind! In dem kleinen Bergedorf Njeguši machten wir Halt um dort etwas von dem berühmten traditionelle Käse und Schinken zu kaufen, den die Bauern dort oben herstellen. Die meisten Verkaufsstellen am Straßenrand waren geschlossen, vermutlich weil eben keine Saison mehr ist. Aber dann erblickten wir einen Hof indem sowohl Käse und Schinken zum Verkauf angeboten wurde. Draußen saß nur eine alte Frau, die weder Englisch noch Deutsch verstand und der wir irgendwie begreiflich machten, dass wir gerne „Sir“ (Käse) und „Pršut“ (Schinken) kaufen wollten. Wir waren nie ganz sicher, ob sie uns verstand, doch letztlich gelang die Verständigung und sie Schnitt gemächlich einen halben Laib Käse ab und gab uns ein eingeschweißte Päckchen Schinken. Knifflig wurde es dann noch, als es um den Preis ging, da wir nicht sicher waren, ob wir sie richtig verstanden. Glücklicherweise kam dann noch ein alter Mann dazu, der uns den Preis aufschrieb und Wir bezahlten 20 Euro, was nicht sehr wenig, aber für die Menge ein guter Preis war. Außerdem können es diese Menschen auch gut gebrauchen, denn ihre Lebensverhältnisse wirkten augenscheinlich doch recht ärmlich..
Mit Einbruch der Dämmerung fuhren wir weiter bergan, auf der Suche nach einem geschickten Platz für die Nacht. Nachdem wir an einer Baustelle ca eine Viertelstunde warten mussten, da der Betonmischer den Weg blockierte, wurden wir bald fündig.
Genüsslich speisten wir im Bus zu Abend – leckeren montenegrinischen Käse und Schinken!

Schinken, Käse und etwas Brot, was braucht es mehr für ein gutes Vesper!

 

– MADELEINE –


2 Kommentare

Moni Schneider · 23. Oktober 2017 um 10:33

Hey ihr Lieben, so schön, wieder von euren jüngsten Erlebnissen zu lesen (wir hatten schon Entzugserscheinungen :D)!!! Was für eine wunderbare Landschaft und Städtchen ihr auf eurem Weg entdeckt, tolle Begegnungen mit interessanten Menschen und Tieren (musste erst mal googeln, wie ein Goldschakal überhaupt aussieht, hihi), leckeres einheimisches Essen – besser geht’s echt nicht!
Vielleicht überleben ja einige eurer Oliven den Weg bis nach Hause, Tobi’s Mama freut sich bestimmt 😉
Oma und Opa lassen euch herzlich grüßen! Ich lese ihnen eure Erlebnisse immer komplett vor und zeige eure Bilder. Sie sind so gespannt wie wir, was ihr noch alles berichten werdet! Weiterhin gute Reise und viel Spaaaaaaaß!! Liebe Grüßle aus dem Ländle!

    T20O15B2I9 · 23. Oktober 2017 um 13:29

    Ja, leider waren die Goldychakale zu Scheu um sie zu fotografieren! Ab jetzt wird’s dann hoffentlich wieder regelmäßiger mit den Einträgen!
    Grüße aus Montenegro!

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