Vier ganze Tage verbrachten wir in Meteora, was unser längster Aufenthalt an einem Ort war! Aber der Ort war es auf jeden Fall wert. Die Kulisse mit den hoch aufragenden Felsformationen und den oben aufsitzenden alten Klostergebäuden war schlicht weg malerisch.

Scheinbar nahtlos wachsen die Klöster aus dem Gestein.

Kletterträume…

Wir brachten unsere Zeit zu mit Erkundigungen des Gebietes zu Fuß, beim Klettern und Tobi hatte sogar die besondere Gelegenheit mit einem Einheimischen Mountainbiker zweimal auf eine Tour loszuziehen. Dieser Kontakt entstand über mehrere Ecken durch einen griechischstämmigen Freund von Tobi aus Deutschland, der kurzerhand seine Bekannten in diesem Gebiet mobilisierte, um mit Tobi zu fahren. Das war echt cool, denn obwohl Tobi die Informationen für das Treffen nur von dem Kumpel aus Deutschland per SMS hatte, klappte es super und die Chemie stimmte auch gleich zwischen ihm und Spyros, obwohl dieser schon 44 war. An unserem letzten Tag trafen wir uns dann noch mit ihm im Café, wo wir noch eine sehr nette Unterhaltung über weitere Sehenswürdigkeiten in Griechenland und über die politische und wirtschaftliche Situation im Lande hatten. Wir erfuhren, dass es den Menschen wohl immer noch recht schlecht geht, da die Preise gestiegen, aber die Löhne schlechter geworden wären. Sein Urteil war, dass Griechenland besser dran war, als es noch nicht in der EU war… Da fühlt man sich als Deutscher schon etwas komisch, weil man doch irgendwie das Gefühl hat, dass Deutschland auch seinen Teil zu der Lage der Leute dort beigetragen hat und man instinktiv erwartet, von den Einheimischen deswegen auch schief angesehen zu werden. Das haben wir jetzt so aber nicht zu spüren bekommen – auch wenn wir das Gefühl hatten, dass im Schnitt die Menschen in den anderen Ländern bisher herzlicher waren. Doch hatten wir auch wirklich nette Begegnungen mit Griechen – Spyros war ein sehr gutes Beispiel dafür!

Der Markt in Kalabaka

Was unseren Aufenthalt auf dem Campingplatz ebenfalls sehr lebhaft machte, waren unsere netten Nachbarn, darunter wir schon erwähnt der Esslinger, und dann noch eine junge bayrische Familie mit zwei kleinen Söhnen, von denen uns der ältere schnell ins Herz schloss und daraufhin viele Gelegenheiten nutzte, um bei uns abzuhängen 😉 Zum Abschied bekamen wir sogar noch ein gemaltes Bild von ihm geschenkt 😄
Außerdem gab es auch wieder zahlreiche Katzen, diesmal jedoch keine Babys – was uns eine weitere Beinahe-Adoptions-Preduoille ersparte.. Dennoch waren auch die größeren Katzen dort wirklich schön und auch sooo zutraulich und schmusig!

Auf dem Campingplatz fanden wir wieder schnell Anschluss zu den Einheimischen….

Nach 4 Nächten auf dem Campingplatz schliefen wir dann noch eine Nacht in den Bergen, um dann am nächsten Tag den Weg nach Igoumenitsa anzutreten. Wie machten auf der Fahrt noch einen Abstecher an einem Bergsee, den uns Spyros empfohlen hatte, doch dieser hatte wir so ziemlich alle Seen bisher auf unserer Reise nur sehr wenig Wasser, was ihn nicht ganz so imposant erscheinen ließ. Trotzdem genossen wir die herbstlich bunte Landschaft drum herum, welche auch im Wetter an diesem Tag ihre Entsprechung fand.

Ein Ausläufer des weit verzweigten Sees.

Es war trüb und bald fing es auch an zu regnen und zu gewittern. Da die Voraussage für die nächsten paar Tage an der griechischen Nordküste auch eher vage waren, beschlossen wir dann auf die lieben Tipps von Spyros zu verzichten und doch wie geplant direkt nach Italien überzusetzen.
Also kauften wir uns, sobald wir in Igoumenista angekommen waren, unsere Fährtickets für die Nacht um 1:30 und verbrachten den restlichen Nachmittag noch in einem richtig guten, leckeren Café mit Wlan😉 Währenddessen stürmte und gewittert es draußen wir noch was… Irgendwann machten wir uns dann auf den Weg zum Check In und schlugen danach noch einige Stunden im Bus mit Lesen tot, bis wir uns dann 2 Stunden vor Abfahrt in den Hafen einparkten, um dort wieder zu warten.. Leider hatte unsere Fähre, vermutlich wegen des schlechten Wetters, beinahe 2 Stunden Verspätung, wodurch sich die Warterei hinzog wie ein klebriger Kaugummi… Irgendwann nach 3 waren wir dann endlich drin und dachten, es ginge bestimmt bald los. Doch als wir nach einem halblebigen Nickerchen wieder erwachten und wir aus dem Fenster schauten lagen wir immer noch im Hafen! Und es war bereits 5:30. Als wir das nächste Mal nachsahen fuhren wir zum Glück. Und der Käpt’n muss wohl auch besonders Gas gegeben haben, damit wir trotz der über 4 Stunden verspäteten Abfahrt nur ca 2 Stunden später ankamen als geplant.
Auf der Fähre sahen wir auch einige Flüchtlinge. Man fragte sich im stillen,wo sie wohl herkämen und wohin sie ihr Weg noch führen würde.. Unvorstellbar, was da wohl so manch ein Mensch schon mitgemacht haben muss und wir – sind aus reinem Vergnügen unterwegs… Paradox.
Kurz vor 1 Uhr Mittags spuckte uns der rießige Fährbauch im Hafen von Brindisi endlich wieder ans Festland – wo uns zu unserer Freude strahlendes Sonnenwetter begrüßte!

Jetzt hatten wir nach 6 spannenden Wochen in für uns völlig unbekannten Ländern und Kulturen wieder das Gefühl als wäre alles irgendwie vertrauter. Man erblickte auch sofort wiedervertraute Reklameschilder für McDonald’s, Lidl, Mediamarkt usw. Verrückt,obwohl wir uns fast noch genauso weit im Süden befinden, wie einen Tag davor, ist es fast ein bisschen wie Heimkommen. Italien wirkt einem durch vorhergehende Urlaube und die Nähe zu Deutschland im Norden doch irgendwie vertraut – obwohl der unterste Süden des Landes für uns beide auch noch völlig neues Terrain ist und ja tatsächlich auch alles andere als nah an Zuhause ist.
Der „Balkan“-Teil unserer Reise ist somit definitiv vorbei. Irgendwie schade, war dies doch mit dem größeren Abenteuergefühl verbunden als der Teil, der nun vor uns liegt. Aber – wir sind uns sicher, dass auch Süditalien noch sehr viele schöne Ecken für uns bereit hält und darauf freuen wir uns auch!

Wir machten uns sogleich auf den Weg nach Südwesten an die kalabrischen Küste, um von dort dann am Meer entlang bis runter nach Sizilien zu fahren. Am Nachmittag fanden wir dann auch schon einen wunderbar verlassenen und recht wilden Strand, wo wir ohne Probleme für die Nacht bleiben konnten. Leider blieb unsere anschließende Suche nach einer Pizzeria, wo wir eigentlich so gerne eine Pizza zum Abendessen gegessen hätten, erfolglos. In der nächstgelegenen Ortschaft war zwar viel los, aber alles Restaurants hatten geschlossen! So musste dieses Vorhaben also doch nochmal verträgt werden und wir fuhren zu unserem auskundschafteten Strandplatz zurück, wo es stattdessen Tortellini mit Tomatensoße gab – fast so gut wir Pizza.. 😁
Das einzige Geräusch was wir dort vernahmen war die doch recht laute Meeresbrandung, aber das nimmt man doch gerne in Kauf für ein ungestörtes Plätzchen mitten in der Natur an der kalabrischen Küste!

Am nächsten Morgen erwartete uns ein Traum-Ausblick durch das Fenster unseres Dachzeltes…

Es warm und sonnig! Wir jubelten ob der Entscheidung, gleich nach Italien zu fahren und nicht mehr noch in Griechenland dem schlechten Wetter zu trotzen . Nun heißt es, dieses Sommergefühl noch so lange zu genießen, wie es uns vergönnt sein mag. Wer weiß, wie lange es hier noch so bleibt, schließlich ist ja doch schon fast Mitte November.

Frühstück in der Sonne 🙂

Und tatsächlich sollte sich herausstellen, dass das Wetter sich schon ab Mittag zum Schlechten veränderte… Nur gut, dass wir den Morgen noch in aller Ruhe ausgekostet hatten!

Während es zu regnen begann, fuhren wir die Küste weiter runter, sozusagen an der Stiefelsohle entlang. Unser Ziel war Reggio di Calabria, was gegenüber der sizilianischen Küste liegt und von wo aus man mit der Fähre auf die Insel übersetzen kann – was wir vorhatten. An diesem Tag kamen wir noch bis zur Hälfte der Strecke und übernachteten wieder an einem ruhigen Platz am Strand, welcher aber nicht so schön und idyllisch war, wie der vorherige. Auch am nächsten Vormittag fing es wieder an zu regnen und es blieb den ganzen Tag durchwachsen. Wir fuhren eigentlich den ganzen Tag, konnten wegen des Wetters wenig machen. Wir fanden raus, dass wir zwei Orte hinter Reggio besser mit der Fähre fahren könnten, da die Verbindung kürzer ist, und erkundigten uns nach den Preisen und den Zeiten. Da es dann schon Nachmittag war, suchten wir nur noch einen Übernachtungsplatz und planten, heute morgen ein 3-Tagesticket inklusive Rückfahrt für Sizilien zu kaufen und möglichst früh rüberzufahren. Doch schon in der Nacht goss es aus Kübeln und hörte auch morgens nicht auf.

Der morgendliche Blick aus dem Fenster…

Etwas entmutigt überlegten wir, was wir nun tun sollten. Wenn wir bei so einem Wetter durch Sizilien fahren würden, hätten wir auch nicht viel davon… Wir beschlossen erst einmal Internet zu suchen und uns den Wetterbericht anzuschauen. Wir führen zum Fährbüro zurück und fanden ein offenes WLAN. Ernüchternd stellten wir fest, dass die nächsten 3 bis 4 Tage nur Regen in Süditalien und Sizilien angesagt ist. Hingegen soll es mehr Richtung Norden eher noch mal abwechselnd sonnig und regnerisch sein. Also entschlossen wir uns nach einigem Abwägen dazu, Sizilien sein zu lassen und das Geld für die Fähre und den Sprit, den wir dort verbrauchen würden (hier ist es übrigens echt teuer zu tanken, die Preise reichen von 1,34 bis 1,84 für Diesel!), zu sparen und auf ein paar trockenere, aber dafür kühlere, Tage in Mittelitalien zu hoffen, wo wir dann noch etwas länger verweilen könnten. Das war echt schade, wir hätten beide so gerne noch die Stadt Palermo und den Vulkan Äthna gesehen! Das wären definitiv zwei Highlights auf Sizilien gewesen. Aber bei so einem Wetter hätte man weder viel von einem Stadtbummel, noch von einer Vulkanbesteigung ohne Sicht und auf völlig matschigen Wegen…immerhin ist es trotz Regen nicht kalt! Auch wenn das die Italiener hier wohl anders sehen, haben doch die meisten bei den vorherrschenden 15 – 18 °C die Winterjacken ausgepackt.

So fuhren wir heute Vormittag aber wenigstens noch durch das Aspromonte-Gebirge, wo wir auf einer Spazierfahrt aus dem Auto raus herrliche Herbstlandschaften sehen konnten. Jetzt grade sitzen wir zum ersten Mal auf unserer Reise in einem McDonalds, wo wir das Wlan nutzten, um diesen Blog online zu stellen.

In den Bergen befinden wir uns wieder voll im Herbst!

Immer wieder ist auch mit Gegenverkehr zu rechnen….

Nun müssen wir mal sehen, wo wir wieder besseres Wetter finden und mal wieder etwas außerhalb des Busses Unternehmen können! Aber zumindest hat es inzwischen mal aufgehört zu regnen…

Immerhin können wir uns, auf die bisherige Reise bezogen nicht beschweren was das Wetter angeht. Wir hätten so viel gutes Wetter, da können wir eigentlich froh sein, dass es uns erst jetzt erwischt!

-MADELEINE-


2 Kommentare

Moni · 19. November 2017 um 21:30

Wow Meteora ist ja wirklich ein tolles Fleckchen. Wir möchten uns auch noch für eure Karte bedanken! Sehr schön 😉

    T20O15B2I9 · 21. November 2017 um 10:56

    Gern geschehen! Ja Meteora ist wirklich ein schöner Ort, würde sich auch ein zweites Mal lohnen 🙂 Da sind wir ja froh das die Karte noch vor uns angekommen ist….

Schreibe einen Kommentar