Nach unserem letzten Eintrag machten wir auf dem Weg nach Rovinj spontan noch einen Übernachtungsstopp in Buzet, einem von Tobi vermuteten Kletter-Hotspot. Auf dem Weg dorthin veränderte sich die Landschaft von herbstlichem Mischwald hin zu noch grüner Natur. Und am späten Nachmittag dann erblickten wir auch schon das Meer!! JUHU!

Der erste Meerblick

Doch erstmal führte uns die Straße wieder etwas ins Landesinnere.
Es war schon dunkel, als wir die Serpentinenstraße in Buzet hochfuhren, die an einen Startplatz für Paraglider führte, von wo aus Tobi die Gegend am nächsten Tag nach Klettermöglichkeiten absuchen wollte. Am Morgen erwartete uns dann eine geniale Aussicht in strahlendem Sonnenlicht, was schon so viel wärmer war als die Tage zuvor. Man spürte, dass wir uns dem Süden und dem Meer näherten.

Frühstück in de Sonne

Leider wurde Tobi auf der Suche nach Kletterstellen nicht fündig und so fuhren wir am Vormittag weiter Richtung Rovinj, nachdem Tobi unsere erhöhte Ausgangsposition nutzte, um mit dem Fahrrad gen Tal zu brausen – immerhin eine kurzes sportliches Highlight😁
Uns war bei knapp über 20 Grad schon mega warm, es fühlte sich sommerlich an – aber wir beobachten sehr viele Einheimische in langer Kleidung oder sogar in Winterjacke… für uns total unbegreiflich!
Kurz nach Mittag erreichten wir dann wieder das Meer und die Stadt Rovinj. Dort verbrachten wir den restlichen Tag. Wir spazierten durch die schönen Gassen der Altstadt, aßen Fisch, und warteten dann etwas außerhalb der Stadt an der Küste auf den Sonnenuntergang, da Tobi die Silhouette der Stadt bei Dunkelheit fotografieren wollte.

In den Gassen Rovinjs

 

Eine schöne Stadt, jedoch auch jetzt in der Nebensaison noch sehr touristisch. Und wir stellten immer wieder mit leichtem Erschrecken fest, wie viel Deutsche man doch immer im Urlaub sieht und hört.. irgendwie ist das immer ein zweischneidiges Gefühl – einerseits freut man sich, vor allem wenn man auf Autos Kennzeichen aus der Heimatnähe erblickt, andererseits wird es einem auch schier unwohl, da man sich doch im Urlaub nicht fühlen will, als wäre man Zuhause. Naja, aber das ist ja auch kein neues Phänomen.

Trick 17 mit Selbstüberlistung

Hahaha, wir dachten wir hätten mit dieser Methode eine ganz raffinierte Diebstahlsicherung. Bis uns auf dem Rückweg zum Auto einfiel, dass ja das Schloss an der Schiebetür kaputt ist und wir uns somit selbst ausgeschlossen hatten, da wir ja so logischerweise weder zur Fahrer- noch zur Beifahrertüre reinkamen. Glücklicherweise gibt es ja noch den Kofferraum, durch den ich dann auf ziemlich lustige Weise einsteigen musste, um von innen die Tür zu öffnen… oh man, das ging nochmal gut! Und diese Diebstahlsicherung werden wir wohl nicht mehr anwenden😂

Das nächste Ziel, was wir dann noch am Abend ansteuerten, war das Kap Kamenjak, der südlichste Punkt Istriens. Das Kap bildet eine Halbinsel mit unzähligen Buchten und schönen Felsstränden.
Normalerweise kosten die Parkplätze dort Gebühren, doch wir staunten, als uns der Pförtner am nächsten Morgen mit einem „It’s free!“ durchwinkte. Das Reisen in der Nebensaison birgt so einige Vorteile! Auch, dass die Halbinsel am Morgen noch fast menschenleer war und wir das Gefühl hatten, mit unseren Fahrrädern alleine unterwegs zu sein. Erst gegen Mittag trafen wir andere Touristen, meistens Deutsche…
Wir nutzten eine schöne Bucht, um ein bisschen zu baden und uns zu waschen – für mich die erste Wäsche seit fast einer Woche! Bis auf die Haare war das auch ein sehr gutes Gefühl danach. Denn leider ging die tolle Haarseife in dem kalten Meerwasser nicht ganz raus und ich konnte , zurück am Bus, grade nochmal Haare waschen. Hatte allerdings den Vorteil, dass ich feststellten durfte, dass das Haare waschen mit dem Becher auch gar nicht so schlecht war und ich in Zukunft damit also nicht bis zur nächsten Badestelle warten musste. Außerdem kundschafteten wir eine ziemlich coole Bar aus, in der Tobi sogar schon mal war, auf einer Jugendfreizeit vor vielen, vielen Jahren… Leider war es etwas zu frisch und windig, um dort länger zu verweilen.

Das Wetter war heute zum ersten Mal bedeckt, und kaum waren mit am frühen Nachmittag weitergefahren, fing es an zu regnen und hörte auch bis in die Nacht hinein nicht mehr auf. Immerhin hatten wir noch den Vormittag auf dem Kap ohne Regen!
Der Plan war, am Abend noch eine Stelle an der Küstenstraße zu erreichen, die wir in unserem Pfingsturlaub 2015 durch Zufall entdeckt hatten und damals – noch im guten alten Opel Astra – schon eine Nacht übernachtet hatten. Sie befindet sich kurz hinter dem Ort Plovine und der Weg dorthin führt von der Küstenstraße ab und auf einem mehr schlechten als rechten Schotterweg auf einer Art Halbinsel bis zum Meer hinunter. Wir erreichten sie, als es schon dunkel war. Außer uns war niemand da und wie hatten, wie beim letzten Mal, das Gefühl, einen besonderen Ort entdeckt zu haben. Einen, den man nicht finden würde, wenn man nicht einfach mal ins Ungewisse hinein eine Straße entlangfahren würde, von der man noch nicht weiß, wohin sie führt. Es kommt vor, das solche Wagnisse belohnt werden!



Ein kleiner Ankerplatz in einer Bucht mit Blick auf die gegenüberliegende Küste, bei Nacht romantisch erleuchtet mit einzelnen Lichtern in der Ferne.
Als wir schlafen gingen, hatte der Regen aufgehört und man hörte einzig das Plätschern des Wassers an der Kaimauer. Am nächsten Morgen dann erwachten wir bei strahlend blauem Himmel, der Wind hatte noch in der Nacht die Regenwolken weggeweht. Was für ein Geschenk! Zwar war der Sonnenschein nicht beständig und gegen später bewölkte es sich doch immer wieder, jedoch war das wichtigste für uns, dass es nicht regnete. Sonst hätten wir wirklich nicht viel von diesem schönen Ort gehabt, der doch auch eine gewisse Bedeutung für uns hatte.
Wir genossen es, diesen Tag mal ganz ruhig zu verbringen und sich Zeit zu nehmen für Dinge wie Frühsport, Tagebuch schreiben, bisschen den Bus aufzuräumen, die Seele baumeln zu lassen…

– MADELEINE –

Abendstimmung an „unserem“ Platz


3 Kommentare

Moni Schneider · 6. Oktober 2017 um 16:08

Sooooo schön, dass wir euch auf diese Weise auf eurer Tour begleiten können!!!!! Auch wenn uns bei den tollen Fotos natürlich langsam aber sicher auch das Fernweh packt 😀
Viel Spaß weiterhin ihr Lieben!!!

    T20O15B2I9 · 8. Oktober 2017 um 20:32

    Freut uns das ihr mitlest, der Abschnitt an der Küste war auch für uns echt besonders! Zum Teil kannten wir die Orte schon und dürften trotzdem neues entdecken! Auch das Leben im Bus funktioniert erstaunlich gut auf Dauer 🙂 Wir sind aber auch sehr gespannt was uns noch so erwartet, wir hoffen ihr bleibt so neugierig wie Wir!

Jaana · 11. Oktober 2017 um 9:40

HERRLICH ey! Also ich hab jetzt defintiv auch Fernweh :D. Das sieht echt mega toll aus und euer Bus is eh ne Wucht! Und die Lichterkette HAMMER :). Ich LIEBE euren Reiseblog =)

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