Das kleine und leichte 2 – Personen Zelt VauDe Hogan UL 2P, besitze ich seit einigen Jahren. Das Einsatzgebiet erstreckte sich vom Winter in den Bergen bis hin zum trocken-heißen Klima Marokkos, vom lauen süddeutschen Frühling bis zu Regen und Sturm in Island. Dabei konnte das kleine Zelt oft seine Stärken ausspielen und offenbarte nur wenige, verkraftbare Schwächen!

Zeltplatz in den schottischen Highlands

Verwendet wurde das Zelt meist als großzügiges Ein – Personen – Zelt oder zu zweit. Allein hat man noch genügend Platz um auch einen größeren Trekking Rucksack wettergeschützt in der Apside oder auch im Inneren unter zu bringen. Zu Zweit wird es da schon sehr eng und bei großem Gepäck wäre es wohl ( platztechnisch ) ratsam den Rucksack in einem wasserdichten Liner verpackt außerhalb zu lagern. Gerade wenn man zu zweit unterwegs ist besticht es durch das geringe Gewicht ( ca. 1,6 Kg mit Heringen ), das dann noch aufgeteilt werden kann und den guten Wetter,- und Windschutz. Das Zelt besteht aus einem getrennt auf und abbaubaren Innen, – und Außenzelt. Dieses System hat zwar Vorteile ( leicht, Innenzelt bei warmer und trockener Witterung einzeln verwendbar ) aber auch den großen Nachteil das man in Regen und Sturm zuerst das Innenzelt, im nassen, aufbauen muss und dann erst das Außenzelt überwerfen kann. Da ist es besser die Abläufe sitzen – dann ist das Zelt in wenigen Minuten aufgebaut! Zum Aufbau: Ich habe immer zuerst das Innenzelt mit fünf Heringen am Boden fixiert, das Gestänge in die Ösen am Zeltboden eingefügt und das Innenzelt daran angeknipst ( die Plastikklips haben sich bis jetzt als sehr haltbar erwiesen !) So steht das Innenzelt schon für sich recht sicher. Dann erst konnte das Überzelt darüber gezogen und fixiert werden. Am Schluss gegebenen Falls noch durch versetzen der Heringe das Zelt gleichmäßig ausrichten, sodass es sich gleichmäßig über die Gestängebögen spannt und mit den Zeltschnüren abspannen. Die Lüftung erfolgt über den Eingang / Apsis und ist, wie ich finde, effektiv genug.

Material. Das Material fühlt sich zuerst einmal sehr dünn und empfindlich an, in der Praxis erwies es sich jedoch als sehr Robust und vorallem – dicht ! Auch der Zeltboden, den ich meist ohne zusätzlich Unterlage verwendet habe ist immer noch ausreichend Wasserdicht um auch mal eine Regennacht zu überstehen. Durch das Ripstop Gewebe reisen eventuelle Schäden nicht weiter aus – was ich dann leider auch noch erfahren durfte doch dazu später mehr. Das Gestänge ist aus Aluminium, die einzelnen Segmente sind durch einen inneren Gummizug unverlierbar verbunden.

Highlands/Schottland.

Im Sommer am Donauufer in der Nähe von Wien

Island: Allein hat man genügend Platz im Innenraum

Die Silikonbeschichtung hält Wasser sehr zuverlässig ab!

Nach langen Jahren beschwerdefreien benutzens ging es dann infolge einer sehr stürmischen Nacht doch noch in die Knie. Am letzten Tag des Laugavegur drehte der Wind über Nacht und traf das Zelt ungeschützt von der Seite, am nächste Morgen nutzte ich eine Windpause um das scheinbar unbeschadete Zelt abzubauen. Zurück in Reykjavik stellte ich das noch etwas nasse Zelt bei strahlendem Sonnenschein wieder auf, ging einkaufen und als ich wieder zurück kam sah ich schon von weitem die gebrochene Aluminiumstange durch ein grässliches Loch im Außenzelt ragen….

Meine erste Erklärung war, da musste wohl einer drüber gestolpert sein! Allerdings hatte keiner meiner Nachbarn etwas bemerkt. Also das Gestänge mit der mitgelieferten Reparaturhülse geflickt und nichts weiter gedacht. Am nächsten Tag das selbe Spiel. Feuchtes Zelt, dann Sonnenschein – Gestängebruch. Nun begann ich mir dann doch Gedanken zu machen. Meine Erklärung. Während des Sturmes musste das Aluminium einiges Einstecken – vielleicht zu viel sodass feine Haarrisse entstanden sind ( die Brüche erfolgten auch immer an den Steckverbindungen der Elemente, dort wo die Hebelwirkung des Sturmes wahrscheinlich am stärksten war ). Da Silnylon die Eigenschaft hat sich bei Nässe etwas zu dehnen und sich dann beim trocknen wieder zusammen zu ziehen, vermutete ich das diese „Trockenspannung“ auf das Gestänge zum Bruch geführt hat. Jedenfalls hatte ich nun drei Brüche und zwei Löcher  – aber nur eine Reparaturhülse. Notdürftig behalf ich mir mit ein paar Stücken Plastikrohr, eine weitere Sturmnacht hätte es wohl aber kaum überstanden. Das war zwar sehr ärgerlich aber letzten Endes ein userproblem. Schlau wäre es gewesen schon in der Sturmnacht die Folgen abzuwägen und sich zurück zu ziehen ( auch wenn´s unangenehm geworden wäre . . .  ) oder wenigstens die Zeltspannung beim trocknen zu minimieren – so hätte es vielleicht wenigstens noch über die Reise gehalten.

Besagte Sturmnacht. Wegen des Seitenwindes versuchte ich das Zelt von innen mit meinem Kamerastativ gegen den Wind ab zu stützen.

Fazit.

Trotz des Schadens würde ich das Zelt oder seinen Nachfolger jederzeit empfehlen. Das Preis – Gewichts – Leistungsverhältnis ist sehr gut, einzig das getrennte aufbauen von außen und Innenzelt war manchmal umpraktikabel, in anderen Fällen war ich allerdings über genau diesen Umstand wiederum dankbar. Wer also ein gutes und leichtes aber dennoch recht robustes Zelt für Trekking, Radreisen, Wandern oder Bergsteigen sucht liegt beim Hogan UL 2P goldrichtig.

Wen´s interessiert. Vor der nächsten Aktion versuche ich die Gestängebögen aus zu tauschen und die Risse zu flicken – im Falle eines Gelingens dieser Reparaturaktion folgt ein weiterer Bericht.